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Zweiter Band.
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grössere Bekräftigung (Potcnzirung) des bösen Dämons der Despotieund Sclaverei eine ähnliche neue Gegenconcentrirung und gleich-falls politische höhere Potenzirung des Geistes wahrer Freiheit(d. i. der Religion) hervorrufen müssen, und die französischeNation könnte wohl mit der jüdischen gleiches Schicksal undgleiche Strafe tragen, aber auch gleiches Verdienst sich dadurcherwerben müssen, dass sie in anderen Nationen neues Heil undLicht in demselben Verhältnisse erweckte, in welchem sie sichselbst diesem Heile und Lichte verschloss.

Denn zu leugnen oder sich zu verhehlen ist es wohl nicht,dass zwar mit und durch den Christ uns das Vermögen gegebenward, alle Bande der Sündenlust und mit ihnen der Sclavereider Menschen gründlich zu lösen, dass aber die Menschen vondiesem Befreiungsvermögen bis dahin nur sehr beschränkten(zaghaften und ungläubigen) Gebrauch gemacht und sogar gemeinthaben, bei solchen einzelnen Beschränkungen als einzelnen Momentender ungehemmt fortzugehen strebenden Evolution dieses Erlösungs-processes (in der Praxis wie in der Theorie) stehen bleiben zumüssen. So blieb denn der Gebrauch, den die Menschen vondieser Erlösungs- und Befreiungskraft (die ihnen nur als Samedes Reichs Gottes mitgetheilt ward) bis dahin machten, haupt-sächlich nur Privat- oder gleichsam häuslicher Gebrauch, understreckte sich höchstens nur auf Familienverhältnisse (z. B. dieEhe, welche hiemit zum Sacrament erhoben werden konnte);aber jener Gebrauch ging und griff nicht tief und innig genug inden öffentlichen Verkehr (der Regierung mit Regierten, jenerunter sich &c.)*) ein; obschon nicht abzusehen ist, warum diese

*) Wie weit z. B. ist noch die Civil- und Criminaljustiz (grössten-theils römisch-heidnisch) davon entfernt, das christlich-ethische Principals ihr oberstes anzuevkennen!Denn Alles (sagt Hahn über EpheserS. 273), was nicht aus dem wahren göttlichen I.iebesgrund des Gesalbtengeht, es seien Bestrafungen der Kinder oder anderer Menschen, daserzürnet den Menschen und neigt sein Ilerz von einem (Regenten) ab.Denn der Zorn (heisst es weiter) ist eine Empörung gegen den, der unsselavisch behandeln und durch lauter Schärfe und Zwang, ohne Liebeund Geduld, unseren Willen lenken will. Da spürt der Mensch, er sei