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Zweiter Band.
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Christliches und Heidnisches seit ihrem Beginne nicht nur unge-mischt, wie Zinn und Silber, neben und unter einander fortlaufen*),sohin bei keinem den chemischen Assimilationsprocess dieser beidenheterogenen Elemente vollendet, sondern ich glaube keinem derbestehenden christlichen Staaten unrecht zu tliun, wenn ich (beidem grossen Grade von Ungemiithlichkeit, welcher in den öffent-lichen Verkehr in neueren Zeiten trat, und dem man umsonst mitneuen Regierungskiinsten zu steuern suchte) behaupte, dass beimEintritte der französischen Revolution jener Assimilationsprocessallgemein stille gestanden (stagnirend geworden) war. Die fran-zösische Revolution, als jenen Assimilationsprocess nicht nur völlighemmend, sondern denselben in ein entgegengesetztes, gänzlichesAusscheidungs- oder Ausstossungsstreben des christlichen Elementsumwandelnd, diente nun nicht nur dazu, jener fatalen Stagnationein Ende zu machen, sondern es ist sogar zu wünschen, undauch zu glauben, dass sie noch mehr leisten, nemlich Antrieb zuj einer neuen, innigeren Aufnahme des Princips der Religionder Liebe und Freiheit in die Politik geben werde, welche innigereAufnahme des Heiligen in das Unheilige auch ein Neues schaffen,und sich nicht bloss in der sorgfältigen Bewahrung oder Wieder-hervorstellung alter Formen bewähren wird!

Dieser Wunsch verdient um so mehr laut zu werden, alsman bereits hie und da in unseren Zeiten Vorschläge machenhört, welche den Unglauben mit dein alten Aberglauben zuheilen, sohin den neuen Teufel mit dem alten wieder zu ver-treiben die Absicht haben.

In der That könnte auch nur auf solchem Wege eine wahr-hafte Gegenrevolution für die Zukunft begründet, und nur aufsolche Weise könnten durch Erringung einer neuen Stufe zurAnnäherung einer wahren Theokratie alle jene Gräuel derDämon okratic wieder versöhnt werden, welche die französischeRevolution über die Welt ausschiittete. Denn die wahrhafteTheokratie verträgt sich weder mit der Vermischung der welt-

*) S. Mäthäus 13. 33.