C. GrIEBEL,
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Alle Eigentümlichkeiten, welche zur Einführung der verschiedenen Gattungsnamen dien-ten, sind unwesentliche: die Kalkabsonderung des Fusses, die Krümmung und Einrollung desWirbels, die Berippung, die kantige oder runde, gerade oder schiefe Form des Gehäuses ha-ben nur eine untergeordnete Bedeutung. Bevor nicht neue und durchgreifende Eigentümlich-keiten im anatomischen Bau der Capulusthiere nachgewiesen werden, müssen alle jene Gattungs-namen als Synonyme dem ältesten Montfortschen Capulus untergeordnet bleiben, die schwan-kenden Formen des Gehäuses leihen keine Selbständigkeit.
Für die vorweltlichen Arten wird aber trotz des weiten Umfanges der Gattung Capulusdie systematische Bestimmung sehr schwierig. Von vielen derselben, zumal aus älteren For-mationen, zeigen die Exemplare nur den allgemeinen Habitus der Gehäuse, der zu Natica,Euomphalus, Platyostoma, Patella und verschiedenen Mitgliedern der Calypträenfamilie bisweilendie überraschendsten Beziehungen hat. Das entschiedenste Merkmal, der hufeisenförmige Mus-keleindruck, ist von den allerwenigsten Arten bekannt und es ist sogar wahrscheinlich, dassdie paläozoischen durchweg generisch von dem lebenden Capulus verschieden sind, aber ehenicht entscheidende Thatsachen für eine solche Trennung nachgewiesen werden, müssen wiruns derselben enthalten. Die allgemeine Gestalt, Form und Rand der Mündung und die Zeich-nung der Schalenoberfläche gewähren wohl ausreichenden Anhalt für die paläozoologische Un-tersuchung der Arten, aber nicht zur befriedigenden Sicherheit über die generische Eigenthüm-lichkeit. Da die bisherigen Versuche in jenen Anhalten Gattungsmerkmale zu fixiren, vollstän-dig gescheitert sind: so bleibt nichts übrig als alle auch die extremsten Formen des Capuloi-deentypus unter dem Gattungsbegriff Capulus zu vereinigen. Es kann diese gezwungene Ver-einigung freilich zu der sehr empfindlichen Unwahrscheinlichkeit führen, dass wir in einerpaläozoischen Localfauna die ganze Ordnung der Gastropoden nur durch die einzige GattungCapulus in zahlreichen und sehr verschiedenen Arten vertreten sein lassen; allein diese Un-wahrscheinlichkeit ist immer noch zulässiger und erträglicher, als die Einführung verschiedenerGattungen und Familien für jene Arten, denen jeder wahrscheinliche Grund und Boden, jedernur annähernd beruhigende Anhalt fehlt.
C. acutus Taf. III. Fig. 14.
Acromlia acuta Roemer, Palaeontographica V. 6. Taf. 2. Fig, 11.
Das Gehäuse ist sehr schlank und schief kegelförmig, gegen den spitzkegelförmigenWirbel hin schwach rückwärts gekrümmt; von vorn nach hinten zusammengedrückt, daher die Mün-dung oval, bei dem grössten Exemplar 2 Zoll in der Breite und U /4 Zoll im Längsdurchmesserhaltend. An der hintern Seite hat dasselbe Gehäuse 1 Zoll 10 Linien Höhe, an der vordem2 Zoll 6 Linien. Die sehr dünne schwarze Schale trägt sehr dicht gedrängte, feine, in kurzenungleichen Wellenbogen verlaufende Wachsthumslinien. Weniger deutliche und flache Längs-streifen werden von den Wacbsthumslinien unregelmässig verworfen. Der Wellenverlauf ent-spricht breiten unregelmässigen Falten, welche in unbestimmter Höhe unterhalb des Wirbelsbeginnen und an den Rand hinab laufen. Da nur kleinere Stücke der Schale erhalten sindund die Oberfläche der Steinkerne ebenfalls nicht ringsherum rein und unverändert erscheint: