432
52. „Zur Beherrschung des Vortcrrains auf jeder Bastions-„face zunächst der Spitze ein langes Kanon mittleren„Kalibers, oder schweren, wenn man eine ungewöhnliche„Schußweite zu beherrschen gedenkt. Ist es nothwendig,„einen Kavalier zu bewaffnen, so geschieht dies durch ein„langes Kanon schweren Kalibers, weil mit seiner zurück-gezogenen Lage eine große Schußweite verbunden zu„sein pflegt."
53. „Zur Erleuchtung des Vortcrrainö gegen den gewalt-samen wie gegen die Eröffnung des förmlichen Angriffs„in jeder Bastionöspitzc eine Haubitze mittlern oder bei„einem besonders wichtigen Vorterrain schweren Kalibers,„auf jeder Kourtine dagegen ein schwerer Mörser, und„zwar in der Bastionsspitze deswegen eine Haubitze, weil„hier zugleich die Beherrschung des Vortcrrains durch„Granat-, Shrapncll- und Kartätschfcucr geboten ist."
54. „Selbständige Außcnwcrke armirt man nach gleichen Grund-sätzen."
v. Die Gcschützverstärkung gegen den Bau derersten Angriffsstcllung.
Es ist vorgekommen, daß der Belagerer den Bau einerAngriffsstellung zum Scheine begonnen hat, um die Aufmerk-samkeit und die Armkrnngsmittcl des Vertheidigers durch sie ge-fangen zu nehmen und dann desto unbemerkter und näher seineeigentliche Stellung gegen eine andere Festnngssront zu etabli-ern. Dergleichen Manövers sind indessen mit einem solchenKraftaufwande verknüpft, daß sie für gewöhnlich nicht sehr zufürchten sind; der Vertheidiger muß jedoch unter allen Um-ständen eine sorgsame Beobachtung des Vortcrrains in allendem förmlichen Angriffe zugänglichen Richtungen unterhalten,so wie überhaupt während der ganzen Einschließung und Be-lagerung gegen unerwartete Unternehmungen des Feindes ge-rüstet und wachsam sein.