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Entfernung der Gesteinstheile durch Wasser.
indem das Wasser durch die Masse dringt und seine Basis auflockert, sodass sie sich allmälignach dem Ufer hin bewegt. Die Kreide- und Grün-sand-Trümmer sind oft hinreichend gross und hart, und schützen durchihr Ueber3türzen die Liasklippe, so dass hier der Beobachter einen sehrverwirrten aber instructiven Küstondurchschnitt vor Augen hat.
Das nicht von den Gesteinen absorbirte liegenwasser wirkt mecha-nisch auf die Oberfläche des Landes, und bewegt solche zerstörten Ge-. steinstheile auf ein niedrigeres Niveau, die es nach seinem Volumen undseiner Geschwindigkeit entfernen kann. Die gemischten Wirkungen derZersetzung aus atmosphärischen Ursachen und der Benetzung der Ober-fläche auf Ilügelabhängen sieht man oft gut in Schiefergebieten, indemman in einer gewissen Tiefe unter dem Boden die Umbiegung derRänder der Schiefer gegen das Thal wahrnimmt, gleichsam die Tendenzder feuchten Masse der Oberfläche, durch ihre Schwere nach niederenStellen zu gleiten.
Die folgende Figur erläutert diese Thatsache, die von bedeutender
Fig. 15.
Wichtigkeit ist, da man leicht inVersuchung geführt wird, einefalsche Neigung der Schichten an-zunehmen, wenn nur ein kleinerTheil des Durchschnitts an derSeite eines Hügels entblösst ist.In dieser Figur ist die wahreNeigung der Schichten geradedie entgegengesetzte von der, wel-che man bei einem flüchtigenBlick auf die Oberfläche vermuthen sollte. Obgleich allerdings derUnterschied zwischen diesem Herabgleiten der Oberfläche nach einemniedrigeren Niveau und die wahre Neigung so bedeutend ist, dass keinIrrthum entstehen kann, so kommen doch Fälle vor, wo diese Wirkungensich bis zu einer bedeutenden Tiefe erstrecken und zur Vorsicht rathen.
An dem Abhange eines Hügels und unter den Bächen, Aushöh-lungen und kleinen Flächen, die man dort bisweilen findet, hat mangute Gelegenheit zum Studium der Kraft des Wassers zur mechanischenFortführung zersetzter unter seinen Einfluss kommender Theile des Ge-steins. Man sieht leicht, dass die Entfernung dieser Theile nicht nurvon ihrer specifischen Schwere, sondern auch von ihrer Form abhängt,und dass dieselbe auf zweierlei Weise geschieht. In dem einen Fallewerden sie von dem Wasser mechanisch getragen, in dem anderenwerden sie unter Reibung an dem Boden vorwärts geführt. KleineLöcher zeigen bisweilen die Art, wie die so mechanisch getragene odervorwärts gedrängte Masse zur Ruhe kommt und erläutern die Art undWeise, wie Anhäufungen in einem grossen Maassstab bewirkt werdenkönnen und wirklich bewirkt werden.