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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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Wirkungen von Erdbeben auf Seen und Flüsse.

liehen Wellen getroffen worden, und in dem grossen Erdbeben vonCalabrien im Jahre 1783 wurde das Ufer von Scilla von einer Welleüberschwemmt, die 20 Fuss hoch sich über die Niederungen hinstürzte.Solche Wellen sind in der That sehr häufig, werden aber selten be-sonders bemerkt, wenn sie nicht bedeutende Wirkungen hervorrufen.Das plötzliche Steigen und Fallen des Meeres in so vielen Häfen der"Welt, in Meeren, die Ebbe und Fluth, und in solchen, die keine be-izen , und die im ersteren Falle offenbar von den Gezeiten unabhän-2 l g sind und nicht von durch den Wind erregten und längs den UfernVerlängerten Wellen abhängen, scheinen oft nichts weiter als die Fort-setzung dieser Wellen zu sein, wenn sie Küsten erreichen, an denendas Erdbeben selbst nicht bemerkt wurde.

Während dergestalt die Erdbebenbewegung dem Wasser desOceans^otgetheilt wird, müssen auch kleinere Wassermassen, selbst kleine SeenUnd Flüsse aller Art mehr oder weniger durch dieselbe afficirt werden.Die Wirkungen werden sich bei gleicher Intensität der ErdbebenwelleNatürlich nach der Gestaltung des Bodens, nach der Lage in Bezuga uf die Verbreitung des Stosses und die Grösse der Seen und um-flossenen Meere richten. Binnenmeere und Seen sind mit Was-®or erfüllte Becken oder Mulden von verschiedener Form. Es las-Sen sich wichtige geologische Modificationen an den Ufern von Bi-ldeten erwarten, wie sie z. B. den Ober-See begrenzen, wenn sieUn, nittelbar über einem solchen Stoss liegen, wie der im Jahre 1797111 ßiobamba, oder bei dem Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755,' Vo Matrosen von dem Verdeck eines Schiffs gerade aufwärts ge-schleudert wurden. Im Zusammenhang mit der Erdwelle um den Mit-tpunkt des grossen Stosses von Lissabon wurde das Wasser des Loch^°mond 2 Fuss 4 Zoll an das Ufer geworfen, obgleich die Erdwelleschon eine so bedeutende Entfernung durchlaufen hatte. Wenne Stösse Flüsse hinaufgehen und die Schwankungen beträchtlich sind,^ vnrd ihr Wasser vorwärts geworfen, oder fliesst in die gebildetenulden oder Höhlungen zurück, wenn die Schwingung weiter geht,öiit ? ^ er r °ilen Wasserstürze ihr Bett hinunter in Uebereinstimmungt ß l ( \ er zeitweiligen Unterbrechung ihrer gewöhnlichen Richtung. Soll-^ 81cl Spalten während der Undulation bilden und nicht dauernd of-

Sch^ e ^ >en S ° k^ nnte ^ as * n s * e stürzende Flusswasser bei ihrem1 essen plötzlich wieder ausgestossen werden,von p n ^ 6n Kehrichten über Erdbeben geschieht so häufig Erwähnung, t*asen und Flammen, die während Erschütterungen aus Spalten°rtreten, dass ihr Vorkommen ausser Zweifel ist, obgleich viele

8t rophen ist bis zum Jahre 1590 bin verfolgt worden, mit Einschluss dervom Jahre 1730. Auch im Jahre 1835 litt die Stadt von einer grossen

Meereswelle.