40G Temperatur artesischer Brunnen.
im Allgemeinen keinem Zweifel unterliegt, da durch die Abteufungdes Bergwerks und durch die Nothwendigkeit der Freihaltung dessel-ben von Wasser während des Fortschritts der Arbeit, Wasser, welchesmehr oder weniger seine ursprüngliche Temperatur mitbringt, von derOberfläche nach der Tiefe sinkt, aus der es wieder herausgebracht wird-Iii Districten, die von zahlreichen Spalten durchsetzt sind, wie es inBergwerksgegenden gewöhnlich ist, kann dieses lange fortgesetzte Ein-strömen von atmosphärischem Wasser einen sehr modificirenden Ein'fluss üben. Doch kann bei gehöriger Sorgfalt Manches in Bergwerkengeschehen, indem man Gestein der festeren Art und an solchen Ortenauswählt, wo die durch die Bergleute, ihre Lichter und ihre Arbeit
besonders durch Bohr- und Sprengarbeiten hervorgebrachte Temperaturnicht den geringsten Irrthum in den nöthigen Versuchen erwarten lassen-Artesische Brunnen sind sehr werthvoll zur Bestimmung der Ten»'peratur der Erde in verschiedenen Tiefen an verschiedenen Orten, > n "dem die Bohrlöcher und die in ihnen aufsteigenden Wasser eine Zu* *nähme der Temperatur mit der Tiefe zeigen. Obgleich zahlreich 6Versuche über die in diesen Brunnen in verschiedenen Tiefen gefun-dene Wärme gemacht worden sind, so haben keine mehr Aufmerksam*keit erweckt als die von Grenelle bei Paris wegen der Sorgfalt, inltder sie angestellt wurden, der Art der durchsunkenen Schichten undder Tiefe des Bohrloches selbst. Die durchsunkenen Gesteine bestan-den aus Schichten verschiedener Art, unter denen eine mächtige Kreid®'Schicht die wichtigste ist und sie liegen weit entfernt von einein vul-kanischen Herde oder irgend einer anderen störenden Ursache dies erArt. Nach einer Zunahme der Temperatur nach unten bei dem Fort'schreiten der Arbeit fanden Arago und Walferdin, dass als d ® 3Bohrloch den unter dem Namen Gault bekannten Kreidemergeleiner Tiefe von 1657 Fuss erreicht hatte, die Temperatur 26°,38und 28°,5 C. weiter nach unten bei 1798 Fuss betrug*). BezügH 0 * 1der in artesischen Brunnen erhaltenen Temperatur ist es wünschen 3werth, dass der Beobachter sorgfältig die Art des Vorkommens d erGesteine des Oistricts, in welchem sie liegen, beachtet, so dass d ® 3Aufsteigen von warmen Quellen unter den durchsunkenen Gestein 3ablagerungen nicht die gefundene Wärme complicirt. Wenn zin einem Lande, das einen Durchschnitt ähnlich dem folgenden (
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*) Es ist berechnet, dass wenn man die constante Temperatur er ,
der Keller in dem Observatorium von Paris bis 91% Fuss unter der “^5fläche nimmt, diese Temperatur eine Wärmezunahme von 1° C- aUMeter, oder von nahe IOC engl. Fuss giebt.