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erkennen wir auf dem Wege, die volle PersönlichkeitGottes als Product vollendeter philosophischer Ein-sicht gewinnen zu wollen und dadurch den Wider-streit zwischen der Welt und der eigenen Persönlich-keit zu vermitteln.
Es kann hier nicht die Aufgabe sein, die Fragezu lösen, ob und wie es Baader gelungen sei, dasvorgesteckte Ziel glücklich zu erreichen. Denn dieswürde eine Darstellung und Kritik alles dessen vor-aussetzen, was Baader auf dem philosophischen Ge- /
biete geleistet hat: — ein Vorwurf, zu dessen Be-handlung an dieser Stelle wenigstens der Ort nichtist. Dennoch möchte es nicht ganz unpassend er-scheinen, selbst hier jenes Mittel mit einigen Wortenhervorzuheben, dessen sich Baader zur Erreichungseines Zieles bedienen zu müssen glaubte.
Wir finden fast in allen Baaderischen Schriftendrei eng zusammenhängende Begriffe, welche, sobaldihrer Erwähnung geschieht, mit der umfassendstenSorgfalt entwickelt werden. Es sind das die Begriffeder Einwohnung, der Beiwohnung und der Durch-wohnung. „Nur im dynamischen Erkennen, sagtBaader, wohnt das Erkennende dem Erkannten einals Seele; beim mechanischen Erkennen findet vonSeiten des Erkennenden blos ein Durchwohnen statt.
Wenn das Erkennende dem Erkannten einwohnt, soerkennt dieses jenes an und erkennt hiemit dessenwesentliche, lebendige Einwohnung. Was ich dagegennur von aussen begreife und erkenne, was ich blosdurchwohne, ohne ihm einwohnen zu wollen, das be-herrsche ich nicht mit und durch Liebe, sondern