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und machen Baader zum vollkommenen Sieger überjede kritisch-idealistische oder pantheistische Halbheit.Wer hieran nur im geringsten zweifeln wollte, derlese Baader’s wahrhaft ausgezeichnete Abhandlung:„Ueber Kants Deduction der praktischen Vernunftund die absolute Blindheit der letztem“, welche Baaderwährend seines englischen Aufenthaltes (1795 oder 1796)schrieb und im Jahre 1809 in seinen „Beiträgen zurdynamischen Philosophie“ veröffentlichte. Diese Ar-beit, durch welche Kant nach unserer festesten Ue-berzeugung in die Reihe der ersten Philosophen ein-trat, kann im eigentlichen Sinn des Wortes als derSchlussstein, als das Siegesdenkmal jenes langenStreites angesehen werden, den Baader in seinenTagebüchern redlich durchgekämpft hat,
Aber nicht nur auf dem philosophischen Gebietewar in jener Epoche (durch Kant) eine neue Zeitangebrochen. Der Umschwung der politischen Ue-berzeugungen war ein noch mächtigerer gewesen.Was die französische Revolution 1789 begonnen,haben ja wir noch nicht vollkommen durchgekämpftoder noch nicht einmal -— wenn es so zu sprechenerlaubt ist — geistig verdaut. Es war natürlich,dass die Ereignisse einer so übergewaltig erregtenZeit auch auf Baader den tiefsten und einschneidend-sten Einfluss ausüben mussten. Die Frage ist nur,welcher Art derselbe gewesen sei? Und die Antwort,welche auf sie gegeben werden muss, darf in jederBeziehung überraschend genannt werden. Denn wennauch hier diese Antwort keine andere sein kann, alsdie , dass bezüglich politischer Ueberzeugungen der