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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§. 11. Bedeutung der Flüsse als Hindernisse der Bewegung. 117

Vergleicht man das zwischen zwei parallel lliessenden Ge-wässern befindliche Strassennetz, so ergibt sich, dass die Anzahl derin senkrechter Richtung auf den Wasserlauf führenden Strassen stetsgrösser ist als jene der vorhandenen Brücken- oder Fährstellen.Biese werden daher in der Regel den Knotenpunkt von Communica-tionen bilden. Verbindet man z. B.Gyöngyös mit 6 Palanka oderPeter-wardein durch eine gerade Linie, so durchschneidet diese 14 Strassen,welche von der Donau zur Theiss oder umgekehrt führen, während dieTheiss blos 9, die Donau nur 5 Uebergangsstellen (stehende Brückenund Fährpunkte) aufweist. Sogar in Oberitalien, dem reichstenCulturlande, wo überdies die Flüsse grösstentheils regulirt sind, ist dieZahl der Brücken im Vergleiche zur Anzahl der zwischen den Flüssenvorhandenen Communicationen bedeutend geringer. Grenzflüsse,selbst wenn die Nachbarstaaten auf gleicher Culturstufe stehen, habengewöhnlich weniger Brücken als die im Innern eines Staates befind-lichen. So trifft man z. B. am Ticino, als ehemaligem Grenzflüsse zwi-schen Piemont und Oesterreich, abgesehen von den Eisenbahnbrücken,blos zwei Orte mit stabilen Brücken: S. Martino und Pavia. Alle übri-gen Flüsse in der Lombardie weisen dagegen im Verhältnisse vielmehr Brücken auf, z. B. der Mincio in der kurzen Strecke vomGarda-See bis zu seiner Einmündung in den Po acht Brücken (Peschiera undMantua je drei, Monzambano, Valeggio, Goito und Governolo je eine).Heber die Save dagegen führt gar keine stabile Brücke, denn mit derTürkei besteht so zu sagen gar kein Verkehr. Diese geringere Zahl derBrücken an Flussgrenzen ist leicht erklärlich. Der innere Verkehr ge-staltet sich allerorts viel lebhafter als der nach Aussen strebende,selbst weun er noch so rege ist. Für letzteren genügen zumeist je einebis zwei Verkehrslinien auch bei namhaftem Ex- und Import.

Die Anzahl der zu einer Uebergangsstelle führenden Strassen istdaher einerseits von der Anzahl der Brücken und Fähren, ander-seits von deren Entfernung von einander bedingt. In Folge dessenbilden sich an Flüssen oft Strassenknoten, die insoferne wichtig sind,als die Armee dort sich rascher vereinigen und in Masse überdas Hinderniss bringen lässt, als wenn dahin nur Ein Zugang be-stände.

Da aber in der Regel nur Eine Brücke an diesen Knotenpunktenüber das Gewässer führt, so entsteht immer ein Aufenthalt, sobald aufden verschiedenen Annäherungslinien mehrere Colonnen gleichzeitigdaselbst eintreffen und wenn nicht auf die Errichtung vonNothbrückenin jener Zahl vorgedacht wurde , um das Gewässer mindestens auf so