US Die Armee in der Bewegung.
viel Brücken zu überschreiten, als Colonnen zu dem Knotenpunkte di-rigirt wurden.
Der gleichzeitige Uebergang in mehreren Colonnen ist aber nurmöglich, wenn die Uferbeschaffenheit die Herstellung mehrerer Brückengestattet und wenn von den Marschlinien Colonnenwege zu den Brückensich finden, oder mindestens ohne zeitraubende Vorbereitungen eröffnenlassen.
In Folge der Convergenz der Verbindungslinien gegen die Ueber-gangsstellen nimmt in der Eegel die Zahl der guten Strassen gegenden Fluss hin ab. Hiedurch wird die Armee genöthigt, in einer geringenAnzahl von Colonnen überzugehen und diese nach Passirung des Ge-wässers wieder zu vervielfältigen.
Beides ist mit Zeitverlust verbunden, verursacht eine Hemmungder Bewegung und ist somit nachtheilig.
Verona z. B. hat am rechten Ufer der Etsch nur zwei Thore fürden allgemeinen Verkehr der inneren Stadt mit dem Aussenfeide. EineStunde von diesem Verkehrscentrum am Bideau zwischen Chievo undTombetta sind die beiden Communicationen bereits in sechs Strassengespalten; noch zwei weitere Meilen davon entfernt, und zwar in einerLinie, die von Bussolengo am Fusse der Höhen über Sommacampagna,Povegliano, Castel d’Azzano nach Buttapietra geht, finden sich schon15 gute Colonnenwege, die gegen Verona führen. Aehnliche Verhält-nisse werden bei allen bedeutenden Gewässern gefunden, die nur anwenigen Punkten stehende Brücken haben.
Die mit einem Flusse in gleicher Richtung ziehenden Par all ei-st rassen sind ebenfalls von grösster Wichtigkeit, da sie die seitlicheVerschiebung der Streitkräfte ermöglichen.
Dem Gewässer zunächst werden Parallelstrassen in verschiedenenEntfernungen getroffen.
Ist der Fluss durch hohe Ufer oder durch Dämme zu bestimmtemLaufe gezwungen , so ziehen die dem Flusse zunächst liegendenParallelstrassen oft sehr nahe am Ufer, ja selbst auf den Schutzdäm-men hin, während bei Flüssen mit versumpften oder den periodischenAusgiessungen ausgesetzten Ufern die nächsten Parallelstrassen häufigmeilenweit davon entfernt sind ; wie z. B. auf dem tiefer gelegenenlinken Ufer der Donau in der Wallachei, wo die dem Strome nächsteStrasse 1—2 Meilen von demselben entfernt ist, und auch die Ueber-gangsstellen wegen der im Allgemeinen versumpften Flussniederungweit von einander getroffen werden.