§. 15. Wahl der Uebergangspunkte.
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der Truppen unmöglich werden könnte. Ein solch’ günstiges Verhältnissfindet sich z. B. beiValeggio Fig. 18, wenn man vom rechten auf daslinke Mincio-Ufer übergehen wollte; denn dieser Punkt dominirt gegenOsten hin die Ebene und lässt sich in dieser Richtung mit Yortheilvertheidigen.
II. In technischer Beziehung solldas Flussprofil überhaupt günstige Bedingungen für den Brückenschlagaufweisen.
Dies- und jenseits müssen geeignete Zufahrten und für dasBrückengeräthe hinreichend geräumige Ab- und Aufladeplätze zu Gebotestehen. Letztere sollen überhaupt so nahe am Flusse sein, dass dasBrückengeräthe sich schnell und leicht auf den Wasserspiegel schaffenlässt.
Zugänge, die bis dahin führen, sind die bequemsten. Man findetsie dort, wo Schiffbrücken, Fähren und periodisch gangbare Furten aufden Karten verzeichnet sind. Auch kommen sie häufig vor, wo Ort-schaften hart am Ufer einander gegenüber liegen; denn das Bedürfnissdes wechselseitigen Verkehres lässt selbst dann auf geeignete Zufahrtenschliessen, wenn das Ufer steil sein sollte.
Stellen, wo permanente Joch- oder Pfeilerbrücken vorhandenwaren, setzen der Errichtung von Kriegsbrücken wegen der steilenund meist hohen Uferverkleidung grosse Schwierigkeiten entgegen, sieeignen sich aber zur Herstellung von halbpermanenten Jochbrücken.
Eine Uferbeschaifenheit, wie sie Fig. 17, Profil 4, oder beiFig. 19 das rechte Ufer beiü aufweiset, würde, wie schon erwähnt, demBrückenschläge grosse Schwierigkeiten entgegenstellen.
Liessensich aber ungeachtet solcher Localverhältnisse alle ande-ren Anforderungen an die Uebergangsstelle erfüllen, so bietet sich viel-leicht stromaufwärts ein Punkt, welcher die Annäherung vollkommengestattet. Man benützt dann denselben zum Einbau und zur Vorberei-tung der Brückenglieder, die sonach mit Hilfe der Strömung zur Ueber-gangsstelle geschafft werden.
Selbstverständlich müsste auch stromabwärts und zwar sowohldiesseits als auch jenseits eine ähnliche Stelle vorhanden sein, um nachBewerkstelligung des Ueberganges das Brückengeräthe wieder leichtan’s Land schaffen und verladen zu können.
Zu solchem Zwecke lassen sich auch einmündende Nebenwässerbenützen.
Wo sich der Strom in viele Arme theilt, mithin Inseln bildet,ist in der Regel viel Brückenmateriale erforderlich. Ausserdem wird