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Längs des linken Eheinufers lagen die unter Friedrich I entstandenenLandgrafschaften Ober- und Niederelsafs; der Besitz des letzteren wechselte öfters;ersteres erhielten durch Heirat die Habsburger.
Die Benediktinerabtei Murbach und das Hochstift Basel waren reichsunmittel-bar, ebenso die Städte Colmar, Schlettstadt und Hagenau.
Unter eigenen Herren standen die Grafschaft Horburg und die HerrschaftEappoldstein.
Das Bistum Strasshurg hatte zu beiden Seiten des Oberrheins seine Be-sitzungen; die Stadt war seit dem XI. Jahrhundert reichsfrei, ein gleiches warmit Speier der Fall, dessen Bischof Suffragan von Mainz war. _
In vielen einzelnen Teilen zu beiden Seiten des Mittelrheines lag die Pfalz-grafschaft hei Ehein. Diese erhielt 1155 Konrad II von Schwaben, der Stief-bruder Kaiser Friedrichs I, der seit dem Tode Friedrichs von Schwaben auch inden Besitz der rheinischen und fränkischen Erbgüter trat; ihm folgte (f 1196)sein Schwiegersohn Heinrich VIH von Braunschweig, der älteste Sohn Heinrichsdes Löwen, der keine männlichen Erben hinterliefs (f 1227); deshalb erhielt derWittelshacher Otto I (1227—1253) von Baiern, vermählt mit seiner ErbtochterAgnes, die pfalzgräfliche Würde, die seitdem hei dem Hause Wittelsbach blieb.
Das Bistum Worms wählte wegen seiner geringen Ausdehnung auf beidenEheinufern fast immer einen Landesherrn, der schon ein anderes Bistum hatte;die Stadt Worms war reichsfrei.
Die Bischöfe von Metz erwarben sich schon früh dieEeichsunmittelbarkeit;die Besitzungen ihres Bistums lagen durch ganz Lothringen zerstreut (z. B. ander oberen Mosel Epinal); der Hauptteil wurde von dem Herzogtum Lothringen,den Herrschaften Finstingen, Püttlingen, Blankenberg, den Grafschaften Lützel-burg, Brieg, Bar, Salm und Dachshurg, und Besitzungen der Bistümer Toul (auchdessen Besitzungen lagen zerstreut in Lothringen; die Stadt gewann unter derSchirmherrschaft der Herzoge von Lothringen die Beichsfreiheit) und Strafsburgumgeben; dem Eeiche unmittelbar untergestellt war die Stadt Metz.
Wie die Grafschaften Bar, Chiny und Briey, welche das Hauptstück desHochstiftes Verdun einschlossen, gehörte dies früher zu Lothringen, bis dieBischöfe das Land Verdun oder Verdunois von Balduin, dem Bruder Gottfrieds vonBouillon kauften.
Die Grafschaft Lützelburg oder Luxemburg kam nach dem Tode Konrads II.(1130—1136) durch Heirat an Namur, aber schon 1196 ebenfalls durch Heiratan Limburg, von dem es jedoch bald wieder infolge einer Teilung getrennt ward.An seiner Nordgrenze waren die Grafschaft Salm, die reichsunmittelbare AbteiPrüm und die Bediktinerabteien Stablo und Malmedy, deren gemeinsamer AhtEeichsfürst war, und in seinem Zentrum die Grafschaft Vianden.
Das Erzbistum Trier an der Mosel hatte unter anderen Exklaven zwischenLothringen und der Grafschaft Zweibrücken und zwischen Lothringen und derGrafschaft Saarbrücken. Sein Erzbischof war Eeichsfürst. Die ihnen benach-barten Wild- und Eau- und Eheingrafen stammten, die ersteren vom GrafenKonrad, die letzteren von dessen Bruder Emich von Bomeneburg im XII. Jahr-hunderte ab, welche die Güter Alt- und Neubaumberg, Stolzenberg, Simmern,Stromberg etc. auf dem linken Eheinufer besafsen.
Getrennt in viele Territorien lag das Erzbistum Mainz (der Erzbischof Eeichs-fürst) am Khein, in Franken, Thüringen, Hessen (z. B. östlich von Worms, Aschaffen-burg mit Umgebung; Erfurt; das Eichsfeld etc.).
Die Grafschaft Katzenelnbogen zerfiel in die niedere, südlich der Lahn, undin die obere, südlich des Mains. Als erster Graf ist uns Heinrich I. (1090—1102)überliefert.
Die Grafen von Laurenburg (ihre Stammburg Laurenburg an der Lahn)erbauten um 1100 die Burg Nassau an der Mündung der Mühlbach in die Lahn;nach dieser nannten sie sich seit 1160 Grafen von Nassau. Walram und Otto,die Söhne Graf Heinrichs des Eeichen (1198—1249) wurden die Stifter zweierLinien, der walramschen und der ottonischen, von denen die letztere sich baldteilte. Als ein Seitenzweig des nassauischen Hauses gilt das Geschlecht derGrafen von Sayn; die Grafschaft wurde 1246 nach dem Aussterben der männ-lichen Linie mit der Grafschaft Sponheim (die Schwester des letzten GrafenHeinrich II, Adelheid, war mit Gottfried II von Sponheim vermählt) vereint.Später sind beide Länder oft geteilt worden.
Der Gründer der Grafen von Berg war Engelbert I (f 1193). Durch seineEnkelin Irmengard kam die Grafschaft 1225 an Limburg. Hier erscheinen seit1153 Titularherzoge; Limburg kam 1288 nach dem Aussterben des Hauses anBrabant.
Das Erzbistum Köln (der Erzbischof Eeichsfürst; die Stadt schon zeitigreichsunmittelbar) erstreckte sich lang und meist am linken Eheinufer, sodass esseiner ganzen Länge nach von den Grafschaften Jülich im Westen und Berg imOsten eingeschlossen wurde; einzelne Teile lagen aufserhalb, z. B. Eecklinghausen.1180 ward mit Köln das Herzogtum Westfalen verbunden.
Die Grafen von Jülich kamen mit dem Verfalle des Herzogtums Nieder-lothringen im XI. Jahrhunderte empor und wurden reichsunmittelbar; in ihremGebiete lagen die Keiclisstädte Düren und Aachen.
Auch die Bischöfe von Lüttich verdankten ihre Eeichsunmittelbarkeit demZerfalle des niederlothringischen Herzogtums; sie verstanden es während desMittelalters ihren Besitz trefflich zu mehren, so erwarben sie u. a. die Graf-schaften Looz und Hoorn; durch zahlreiche hennegauische, namursche, hrahan-tische und luxemburgische Gebietsteile durchsetzt, hatte das Bistum selbst inBrabant, zwischen Stablo und Limburg und zwischen Stablo und Lützelburgsolche. Zu ihm gehörte auch das 1095 vom Herzog Gottfried verpfändeteHerzogtum Bouillon.
Namur (1188 Markgrafschaft, vorher selbständige Grafschaft) wurde 1263von Guido.I, Graf von Flandern gekauft; das ihm benachbarte Brabant erhieltmit Heinrich I (1186—1235) den ersten Herzog; seitdem dehnte sich der NameBrabant, der ursprünglich nur einen niederlothringischen Gau bezeichnet hatte,über das ganze ehemalige Herzogtum Niederlothringen aus.
In Holland gewannen das gröfste Ansehen die Grafen von Vlardingen,welche sich schliefslich zu Herren des ganzen Landes machten und reichsunmittel-bar wurden. Sie erwarben im Laufe der Zeiten auch Seeland und Westfrieslandund starben 1299 aus.
Friesland besafs bis in das spätere Mittelalter eine republikanische Staats-form; seine Bewohner verteidigten ihre Freiheit mit Erfolg.
Die Grafschaft Hoya ist auf Heinrich I, Graf von Stumpenhausen, zurück-zuführen, der 1204 die Herrschaft Hodenberg mit der Burg Hoye eroberte undsich Graf zu der Hoye nannte. .
Das Geschlecht der Herren von der Lippe — ihre Stammburg lag auf einerInsel des gleichnamigen Flusses — gehörte schon im XII. Jahrhundert zu _ denersten Westfalens; sie nannten sich bereits um diese Zeit Herren von der Lippe.
Wetzlar besafs schon unter Friedrich I Barbarossa die Eeichsfreiheit,Frankfurt a. M. verschaffte sich 1257 durch Beseitigung des kaiserlichen Vogtesseine Selbständigkeit.
, Benediktinerabteien Hersfeld und Corvey, welches an der Ems Meppen
Desais und. die direkt unter Korn stehende Abtei Fulda waren reichsunnuttelbar.
, 1 . e Grafschaft Henneberg verdankte ihren Ursprung denPopponen im Grab-^ des XI. Jahrhunderts (Pop pol, Graf von Henneberg, f 1078)j li, 1 j threr bei Meiningen gelegenen Burg Henneberg nannteu und
dasselbe urc . Verkauf und Erbteilungen schmälerten. Im Jahr 1245 teilten siesich m zwei mien. Henneburg-Koburg und Henneberg-Schleusingen; die letzterewurde die bedeutendste. & &
n nr,r, ^ as °^ t r« m ® 1 °? r ' va 5en befand sich seit Friedrich (I) von Staufen(1079—UOo), dem Gemahle von Agnes, der Tochter Heinrichs IV, im staufischenßsitze bis zum Untergange des Geschlechtes. Schon während ihrer Begierung,„ ® r aber noch nach ihrem Aussterben, erhielten einzelne Grofsen etc. die volleSelbständigkeit, so die Bischöfe von Augsburg und Konstanz, die Markgrafen von5vi gau und Baden, die Pfalzgrafen von Tübingen, die Grafen von Wirtemberg,ellern, Fürsteuberg etc.
Als erster Markgraf von Baden wird Hermann III (f 1160) genannt; Her-Y ^ 1242 ) und Heinrich I (f 1231) teilten um 1190 die badenschen LänderD f tl ii eten Jener die badensehe, dieser die hochbergische Linie (im Breisgau).T> ur ,v 1 Häuf kam nac h un d nach die Grafschaft Eberstein, deren Grafen in.öertnoid (um 1120 ) ihren Stammvater sahen, zum gröfsten Teile an Baden.
ln Wirtemberg beginnt die stetige Eeihe der Grafen mit Ulrich (1241—1263):
Nachfolger erweiterten ihr Gebiet durch den Kauf von Gütern.Unter Eberhard dem Erlauchten (1279—1325) wurde Stuttgart die Hauptstadt.
! In der Grafschaft Zollern teilte sich in, der zweiten Hälfte des XII. Jahr-
hunderts der alte gräfliche Stamm in zwei Äste, als Konrad I das Burggrafen-tum Nürnberg erhielt, und Friedrich II die zollernschen Lande erbte.
Das Geschlecht der Grafen von Fürstenberg nahm im XII. Jahrhundert denNamen Fürstenberg von dem schwäbischen Städtchen gleichen Namens an; esbesafs auch die Herrschaft Wolfach.
Folgende schwäbische Städte wurden unter den Staufern oder bald nachihnen Eeichsstädte: Eottweil, Bothenburg ob der Tauber (1172), Memmingenan der Iller (unter Friedrich 1), Beutlingen (1209 durch Otto IV, 1208—1215),Heilbronn (nach 1225), Ulm (um die Mitte des XIII. Jahrhunderts), Nördlingen(im XIII. Jahrhundert), Bibrach (wohl unter Friedrich II), Buchhorn, Augsburg(1276), Giengen (vor 1307), Schwäbisch-Gemimd, Eavensburg (1276), Kaufbeuern(1288), Kempten (1289), Überlingen am Bodensee etc.
Zu dem, was p. 33 und 36 über Baiern gesagt wurde, sei folgendes noch! hinzugefügt. Inmitten dieses Herzogtums entstanden wohl im XII. und XIII.Jahrhundert die Grafschaften von Ortenburg, Leonsberg, Kothenburg, Abensberg,Moosburg, Geisenhausen, Frontenhausen, Dornburg und Wasserburg. Die StadtBegensburg, welche nach Heinrichs des Löwen Ächtung (1180) freie Eeichsstadtgeworden war, behauptete sich als solche den bairischen Herzogen gegenüber,j Die inmitten des „Erzbistums Salzburg (Exclaven desselben innerhalb Kärnthens,Steiermarks und Österreichs) gelegene Äbtei Berchtesgaden oder Berchtolsgadenhatte seit 1202 die Herzoge von Österreich zu Erbvögten und SchirmherrenI ihres Stiftes.
j Im XII. Jahrhundert erscheinen in Tirol drei mächtige Geschlechter, die
| Grafen von Andechs, die zu Herzogen von Meran erhoben wurden, die Grafeni von Tirol und die Grafen von Eppan. Die ersteren hatten sehr ausgedehnteBesitzungen; das Fürstentum Bairenth, weite Strecken an der mittleren Donauj und an der Isar und dem Inn gehörten ihnen. Als ihr Geschlecht 1248 und| das der Eppaner 1221 ausstarb, erbte das meiste der ihnen verwandte GrafAlbrecht I von Tirol (1202—1253); das Fürstentum Baireuth aber kam an denZollern Friedrich III, Burggrafen von Nürnberg. Die Tochter Albrechts IAdelheid heiratete den Grafen Meinhard I von Görz, deren Sohn Meinhard II(1257—1295) auch mit Kärnthen belehnt ward. Ein Bestandteil Tirols wardie kleine Herrschaft Tarasp im Eugadin.
Einen Teil von Krain besafs ein Markgraf; einen anderen hatten die Her-zoge von Kärnthen, einen dritten die,Grafen von Tirol inne; 1364 wurde Krainbei einer Erbverbrüderung zwischen Österreich und der Grafschaft Görz zuerstHerzogtum genannt.
Im Herzogtum Kärnthen gelangte mit Heinrich III (1122—1124) das HausOrtenburg (Lavant) zur Begierung; unter Ulrich II (1181—1201) ward die| Markgrafschaft Verona von Kärnthen getrennt. Der letzte Ortenburger Ulrich III(1256—1269) vermachte das Herzogtum seinem Vetter Ottokar II von Böhmen,der es nebst Steiermark und Österreich an König Kudolf von Habsburg verlor.
Das aus der alten Marca Carantania entstandene Herzogtum Steiermark ver-erbte Ottokar VI (1164—1192), der letzte der Grafen von Traungau oder Steier,welcher sich von 1180 an Herzog, von Steiermark genannt hatte, an Österreich.
Die frühere Markgrafschaft Österreich wurde im Jahre 1156 auf dem Keichs-i tage zu Eegenshurg (17. Sept.) unter Hinzunahme von dem Lande zwischen Innund Enns, das Baiern entzogen wurde, zum Herzogtum erhoben und mit bisherunerhörten Privilegien (freie Gerichtsbarkeit, Erblichkeit auch in weiblicherLinie etc.) an Heinrich II Jasomirgott gegeben. Abgesehen von kurzen Unter-brechungen ist Österreich in dessen Familie (die Babenberger) bis zu deren Aus-sterben (1246) geblieben. Dann besafsen es Markgraf Hermann von BadenI (1248 —1250), König Ottokar II von Böhmen (1251—1278) und nach dessen! Tode die Habsburger.
; Der erste erbliche Markgraf von Meifsen war Konrad I von Wettin
(1130—1156); derselbe empfing 1136 auch die Mark Lausitz. Die Wettinerliefsen es sich angelegen sein, in den ehemals sorbischen Gegenden das Deutsch-tum zu befördern und zu verbreiten. Nach des letzten thüringischen Landgrafen,Heinrich Easpes (f 1247), Tode erhielt Heinrich der Erlauchte (1221—1288) diei Landgrafschaft Thüringen (1263), und durch die Vermählung seines SohnesAlbrechts II, des Unartigen, mit Margarete von Staufen, der Tochter Kaiser; Friedrichs II, gewann er 1255 das Pleifsnerland.
i Die Burggrafschaft Meifsen, zu der aufser einem Teile des Meifsener
j Schlosses die Schlösser Hartenstein, Frauenstein, Eochshurg und andere zerstreutei Besitzungen gehörten, wurde von Heinrich IV begründet; doch erst um 1143! wird ein Burggraf Hermann genannt; um 1200 erwarb Meinherr I die Burg-! grafschaft; sein Geschlecht besafs sie bis zu seinem Erlöschen (1426).
I Das Bistum Meifsen stand unter dem Erzbistume Magdeburg; das von einem
| Meifsener Bischöfe 1114 gegründete Stiftsamt Wurzen, mit den Ämtern und StädtenWurzen und Mügeln und dem Klosteramte Sornzig, hatte seine eigne Kegienmg.
| Das Vogtland trägt seinen Namen davon, dafs es unter kaiserlichen Vögten
stand; als solche fungierten die Vorfahren der jetzigen Fürsten von Keufs. AlsStammvater gilt Heinrich I, Graf von Gleisberg, um das J. 1084. Sein EnkelHeinrich III teilte sein Gebiet unter seine vier Söhne.
Die Landgrafen von Thüringen und Hessen sahen als ihren AhnherrnLudwig den Bärtigen (j- 1055) an. Graf Ludwig, Ludwig des Springers, desErbauers der Wartburg, Sohn, ward 1130 Landgraf von Thüringen und Hessen.Als mit Heinrich Kaspe (f 1247) der landgräfliche Stamm erlosch, entstand dersogenannte thüringische Erbfolgekrieg; im Jahre 1263 erhielt Heinrich, der Er-lauchte von Meifsen Thüringen, Sophia von Brabant, die Tochter des LandgrafenLudwigs IV (1217—1227) und der heiligen Elisabeth, für ihren damals drei-jährigen Sohn Heinrich I das Kind Hessen und die Grafschaften an der Werra.
Der Sprengel des Erzbistums Magdeburg, das durch kluge Benutzung derZeitumstände und auch durch Waffengewalt seinen Besitz zu beiden Seiten dermittleren Elbe erweiterte, erstreckte sich über die Bistümer Brandenburg,Havelberg, Merseburg, Naumburg-Zeitz, Meifsen, Cammin und Lehus. Währenddie Stadt Magdeburg sich eine fast vollständige Unabhängigkeit zu erwerbenverstand, hatten schon frühzeitig die Erzbischöfe die Besetzung des wichtigenBurggrafenamtes Magdeburg mit dem Eechte der Vogtei über das Erzstift.
Das Herzogtum Sachsen verlieh 1137 Lothar von Supplinburg an denWelfen Heinrich den Stolzen (Gemahl seiner einzigen Tochter Gertrud), welchemes Konrad III 1138 ahsprach. Es ward dem Ballenstädter Albrecht dem Bären,dem Markgrafen der Nordmark, gegeben, der sich aber weder gegen Heinrichden Stolzen (f 1139), noch dessen Sohn Heinrich den Löwen (1139—1180) be-haupten konnte; letzterer erhielt es auf dem Eeichstage von Frankfurt (Mai1142) zurück, erkannte aber die Selbständigkeit der Mark Brandenburg an; sowurde Albrecht der Bär (j- 1170) der erste Markgraf von Brandenburg. SeinSohn und seine Enkel eroberten die Landschaften Glien und Löwenberg, Teltowund Barnim und drangen somit bis zur Oder vor. Unter Johanni (1220—1266)und Otto III den Frommen (1220—1267) wurden die Ukermark, das Land nörd-lich der Warthe und Netze und Sternberg (südlich der Warthe) erworben (Terratransoderana). Otto III erhielt überdies (seine Gemahlin Beatrix von Böhmen) 1253die Oberlausitz (Görlitz und Budissin d. i. Bautzen). 1320 starb das askanischeGeschlecht der Markgrafen aus. Durch die Zuerkennung des ihm vielbestrittenenBaiern (1156) wurde Heinrich der Löwe einer der mächtigsten deutschen Fürsten(cf. den Karton: Die Weifenlande zur Zeit Heinrichs des Löwen). Als über ihn1180 die Keichsacht verhängt wurde, löste sich seine grofse Macht auf. Sachsenwurde in seine alten Bestandteile zerschlagen. Westfalen erhielt als Herzoo-tumPhilipp von Heinsberg, Erzbischof von Köln, und Engern, das Land zwischenWeser und Elbe, Albrechts des Bären Sohn Bernhard von Anhalt (1180—1212),der sich seitdem Herzog von Sachsen nannte. Aber dies ganze Gebiet wardurchbrochen von^zahlreichen reichsunmittelharen Bistümern, Städten und Graf-schaften, welche die Begründung einer starken Herzogsgewalt unmöglich machten;hier waren bereits oder wurden selbständig: Bremen, Magdeburg, Paderborn,Münster, Osnabrück, Hildesheim, Halberstadt, Schwerin, Verden, Minden, Lübek;die Grafen von Arnsberg, Altena (zur Mark), Tecklenburg, Oldenburg, Holstein,Schwerin etc. Seit 1260 schied sich das Herzogtum Sachsen in Sachsen-Witten-j berg und Sachsen-Lauenburg (genannt nach der Feste Lauenburg, die BernhardI von Anhalt 1182 an der Elbe erbaut hatte). Durch seine Unterwerfung auf dem| Erfurter Eeichstage (Nov. 1181) erhielt Heinrich der Löwe wenigstens sein| Eigen- und Erbgut seinem Hause; dies wurde 1235 als unmittelbares Lehns-| herzogtum Braunschweig-Lüneburg an Otto von Lüneburg, Heinrichs des Löwen| Enkel, vergeben, unter dessen Söhnen es sich 1269 in Altlüneburg und Alt-j braunschweig spaltete.
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