414
Feldfrüchte.
schaff, die von manchen Landwirthen ziemlich regelmäßig befolgt werden,finden gewöhnlich folgende Umläufe statt: ») Beider Sechsfelderwirt-schaft: I) Brache, 2) Winterung, 3) Sommerung, 4) Erbsen und Klee,ü) Winterung, 6) Sommerung. b) Bei der Neunselderwirtkfchaft: !I) Brache, 2) Winterung, 3) Sommerung, 4) Klee, 5) Winterung, 6) Som-merung, 7) Erbsen, 8) Winterung, 9) Sommerung, e) Bei der Zwölf-felderwirthschaft: 1) Brache, 2) Winterung, 3) Sommerung, 4) Klee,ü) Winterung, 6) Sommerung, 7) Brache, 8) Winterung, 9) Sommerung, .10) Erbsen, II) Winterung, 12) Sommerung. Indessen findet man doch .selten, daß aufmerksame Landwirlhe, die das eine oder das andere dieser zu- ^sammengesetzten Dreifeldersysteme befolgen, sich genau an diese Umläufe bin-den. In Ansehung des Brachehaltens richten sie sich gewöhnlich nach demZustande, worin sie ihren Acker in jedem Jahre antreffen, und säen nur ^Klee und Hülsenfrüchte, wenn der Boden völlig locker und vom Unkraut !rein erscheint, ohne sich dabei an eine strenge Folge zu binden. Nur gilteS bei ihnen als Regel, den Klee seines bessern Gedeihens wegen erst aller9 Jahre wieder auf dieselbe Stelle zu bringen und, wenn die Saat derHülsenfrüchte nicht üppig emporwachst und mit ihrem dichten Blattver-mögen das Feld vollkommen bedeckt, solche im grünen Zustande zum Futterzu benutzen oder unterzupflügen und eine vollständige Brachbearbeitung fvl- !gen zu lassen (vgl. Fruchtwechselwirthschaft und Koppelwirlh- !schaft). !
Feldfri'ichte, Feldgewächse. Man unterscheidet zwischen den beiuns angebaueten Feldsrüchten: ») Getreide oder Cerealien, worunterman im engern Sinne des Wortes diejenigen grasartigen Pflanzen versteht, ,welche einen hohen grasartigen oder mir Knoten versehenen Halm treiben,schmale lange Blatter und oben in einer Aehre oder Rispe mehlreiche Sa> .men tragen, b) Hülsenfrüchte, deren Blüthen in der Form Ähnlichkeit ^^nit den Schmetterlingen haben und deren Samen in Schoten enthaltensind. e) Kohl-, Wurzel- und Knollengewächse (behackte Früchte,Hackfrüchte), deren Blätter, Wurzeln oder Knollen zum Theil zu Viehfulter,sonst aber auch zur menschlichen Nahrung dienen, ä) Futtergewächse,welche ausschließlich zu Futter für unsere Hausthiere gebaut werden, e)Handelsgewächse endlich, welche weniger zur unentbehrlichen Nahrungder Menschen dienen und zur Ernährung deS Viehes wenig oder gar nichtsbeitragen, sondern entweder durch eine weitere Verarbeitung erst zu den ver-schiedenen Bedürfnissen des Menschen geschickt gemacht oder als Specerei-und Arzneimaterialicn verbraucht werden. Da alle diese Gewächse, unterdenen das Getreide und die Futtergewächse unstreitig die wichtigsten sind,eine verschiedene Natur haben, so können viele unter ihnen nur unter ge-wissen Verhältnissen mit Vortheil gebaut werden, so wie sie auch beim An-bau eine verschiedene Behandlungsart verlangen; sie haben aber auch einen !verschiedenen Werth und eine allen Umständen entsprechende Auswahl dersel-ben zum Anbau ist sehr wichtig, wenn man von dem Betriebe der Land-wirthschaft den größten Nutzen ziehen will. Außer dem Speciellen, worüberdie einzelnen Artikel selbst nachzusehen, sind die Umstände, welche bei dieser .Wahl im Allgemeinen leiten müssen, so wie die allgemeinen Regeln ihresAnbaues folgende. — Was die Wahl der Feldfrüchte zum Anbaubetrifft, so ist hierbei auf mancherlei Umstände Rücksicht zu nehmen, zuerstaber auf das Klima, den Boden und seine Lage. Obgleich die Feldfrüchke