Feldsrüchte.
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durch einen vieljährigen Anbau von ibrem ursprünglichen Zustande sehr ab-gewichen sind und ihre Natur so weit verändert haben, daß sie oft unterganz verschiedenen Umstanden, als denen, wo sie ursprünglich einheimischwaren, fortkommen, so hat diese Veränderung doch nicht so weit stattgefun-den, daß sie unter allen Umstanden fortkommen sondern sie haben immermehr oder weniger Eigenthümlichkeiten aus ihrem ursprünglichen Zustandebeibehalten, so daß jedes Gewächs nur in bestimmtem Klima, bestimmtemBoden und bestimmter Lage desselben eigentlich gedeiht. Außerdem theilensich zwar die verschiedenen Feldsrüchte in mancherlei Spiel- und Abarten,von denen die eine, minder vollkommene, auch in weniger günstigen Ver-hältnissen fortkommt, wogegen die andere, vollkommnere, die günstigstenUmstände verlangt, wenn sie nicht bedeutend zurückschlagen und im Verhält-niß einen geringern Ertrag geben soll, als jene minder vollkommene; indessendürfen auch in dieser Beziehung die Grenzen durch die Kultur nicht über-schritten werden, wenn gleich der Landwirlh hier durch aufmerksame Kultursehr viel zu thun vermag. Doch kommt es hierbei hauptsächlich darauf an,»b Kulturkosten und Ertrag in einem solchen Verhältnisse zu einander stehen,daß wirklicher Gewinn herauskommt. Ist dies nicht der Fall, so muß mandas Bestreben, werthvolle Früchte durch größere Kulturkosten zu erzielen,aufgeben, da minder werthvolle, für welche die Umstände geeignet sind, als-dann einen großem Reinertrag gewäkren. Unter diese, bei der Wahl derFeldfrüchte zu berücksichtigenden, Umstände ist nun zuvörderst a) die Kraftdes Bodens zu rechnen, worunter man seinen Gehalt an Humus ver-steht. Die Feldsrüchte absorbiren (s. d.s, ihrer Natur nach, die Bodenkraftin einem sehr verschiedenen Verhältniß, wenn sie anders vollkommen gerathen.Zwar kann der Landwirth durch Düngung die Bodenkraft sehr wesentlicherhöhen, indessen geht es doch nur langsam damit vorwärts; und wenn auchder Landwirth durch Kostenaufwand und fortgesetzte Aufmerksamkeit in derKultur einen Boden zum Tragen dieser oder jener Frucht geeignet machenkann, so wird dies doch nur langsam erreicht, so wie es auch dabei nochnicht ausgemacht ist, ob aus dem Anbau einer solchen Frucht wirklicher Ge-winn hervorgeht, da sie den Boden vielleicht zum Nachtheil anderer Ge-wächse zu sehr aussaugt und nur einen augenblicklichen Gewinn hervorbringt,der von dem dauernden Nachtheile in der Folge weit überwogen wird.Uebrigens giebt es auch Feldfrüchte, die durchaus al'e Bodenkraft, keines-wegs aber die, welche durch frische Düngung erzeugt werden, verlangen,und denen vielmehr diese letztere nicht zuträglich ist. b) Das Dünger-verhältniß. Mit Ausnahme der Futtergewächse sind die Feldsüchte ent-weder ganz, oder einzelne Theile derselben Vcrkaufsproducte. Einige gebennächst den für die Zwecke des Menschen nutzbaren Theilen noch einigesFutter, andere nur Streumaterial; einige hinterlassen nach ihrer Aberntungwehr Rückstände im Boden, andere weniger, die in Verwesung übergehenund düngen, noch andere gar keine, Daher kommt es denn, daß durchden Anbau der einen Feldfrucht mehr Material zur Dünguna, durch den derandern weniger gewonnen wird. Da zur Erzeugung des Mtstes ein be-stimmtes Verhältniß von Futter und Streu nothwendig wird, so darf jenesbei der Wahl der Feldsrücl-te zum Anbau nicht außer Acht gelassen werden.Nach der Ertragsfähigkeit des Bodens und der verschiedenen Feldfrüchte wi'zdstch jenes Verhältniß mannigfaltig gestalten, solches aber richtig so zu tref-fen, daß sich der Düngungszustand der Wirthschaft verbessert und daß zu-