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Feldfrüchte
meisten erfolgt dir Fortpflanzung durch Samen, bei einigen jedoch auch aufandere Weise, wie durch Wurzeltriebe, Knospen, Zwiebeln, Knollen u. s. w.Da von der Güte und Vollkommenheit des Samens auch die der erzeugtenGewächse abhängt, so hat man hierauf den möglichsten Bedacht zu nehmen.Bei den Samen konlmt es auf die gehörige Ausbildung, Reife und Ge-sundheit, so wie auf vollkommene Keimfähigkeit an. Daher muß man denSamen nur von den vollkommensten Pflanzen wählen und überhaupt ausdiejenigen eine besondere Sorgfalt verwenden, von denen man Samen zurFortpflanzung gewinnen will, damit er die möglichste Vollkommenheit er-lange. Auch muß der zur Saat bestimmte Same mit möglichster Sorgfaltvon allen unvollständigen Körnern und Unkrautsämereien gereinigt und vorFeuchtigkeit, Erhitzung, Dumpfig- und Mulstrlgwerden bewahrt werden, in-dem sonst dadurch seine Keimfähigkeit ganz verloren geht, oder doch nurkümmerliche und schwächliche Pflanzen daraus hervorwachsen. Ein guterSamen muß glänzend, voll und geruchlos sein. Um guten Samen zu er-halten, empfiehlt man, denselben bald nach der Erme von den Pflanzen zutrennen und ihn an trocknen, luftigen Orten aufzubewahren; doch haltensich einige Sämereien, besonders die öligen besser, wenn sie in den Hülsenbleiben. Zur Erzielung reichlicher Ernten ist eine öftere Wechselung oderErneuerung des Samens zweckmäßig; indessen ist dies nicht gerade unbe-dingt erforderlich, wenn man nur genügsame Sorgfalt auf dessen Gewin-nung verwendet. ' Doch arten viele nur durch besondere Sorgfalt in derKultur und durch besonders günstige Verhältnisse erzeugte Abarten der Feld-früchte unter andern Verhältnissen aus, weshalb diese von Zeit zu Zeit auSerneuerten Samen erzeugt werden müssen, wenn ihre Kultur anders einenlohnenden Ertrag geben soll. Bei der Wakl eines neuen Samens sucheman sich denselben aus solchen Orten zu verschaffen, wo das Gewächs voll-kommen zu gerathen pflegt. Auf den Boden scheint es hierbei weniger an-zukommen, dagegen muß das Klima ganz besonders berücksichtigt werden,und man soll niemals Samen aus kälteren Gegenden in wärmere übertra-gen. Da die Samen einiger Gewächse ihre Keimsähigkeit nicht lange be-halten , so dürfen sie nur überjährig werden, wenn man, um eine vollstän-dig dichte Saat zu bewirken, nicht zu viel Samen aufopfern will; dagegenbehalten die Samen anderer Gewächse ihre vollständige Keimfähigkeit vieleJahre lang, natürlich aber nur die ganz vollständigen, und hierauf beruhthauptsächlich der Vorzug, welchen älterer Same bei manchen Gewächsen vordem frischen zur Fortpflanzung behauptet. Bei denjenigen Gewächsen, welchenicht durch Samen fortgepflanzt werden, kommt es darauf an, daß diejeni-gen Theile, durch welche die Fortpflanzung erfolgt, die nach ihrer verschie-denen Beschaffenheit erforderliche Vollkommenheit haben, wenn aus ihnenkräftige Pflanzen erwachsen sollen. Dergleichen Gewächse werden, wenn mansie von Zeit zu Zeit aus Samen anbauet, meistens nicht nur vor Aus-artung bewahrt, sondern einige derselben scheinen sich auch dann auf län-gere Zeit zu vervollkommnen. Jedenfalls ist aber die Erzeugung aus Sa-men langweilig, und aus diesem Grunde wird sie nicht gewählt. Auch dieTheile der Pflanzen, durch welch« die Fortpflanzung erfolgt, müssen voll-kommen sein, und bei einem Wechsel derselben sind dieselben Rücksichten zu !nehmen, wie bei den Samen, e) Auf die Saat, das Verpflanzenund Stecken der Samen. Man hat hierbei zuerst auf die Zeit der-selben Rücksicht zu nehmen, da die verschiedenen Gewächse einer verschiede-