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Feldfrüchte.
bringen der Saat, der Pflanzen, Schößlinge u. s. w. JedesSamenkorn muß, wenn der g-triebene Keim fortwachsen soll, eine Bedeckungvon Erde haben, unter welcher die hauptsächlichsten Bedingungen des erstenWachsthums der Pflanzen, Wasser, Wärme und Lust, so lange auf denKeim im schicklichen Maße einwirken, bis die junge Pflanze sowohl über alsunter der Erde genügend entfaltet hat, und dadurch vor dem Verderbengeschützt ist. Wenn auch der oberflächlich liegen gebliebene Same bei gün-stiger Witterung keimt, auch unter besonders günstigen Umständen einwur-zelt und sortwächst, so verdorrt er jedoch bei trocknem Wetter, weil seineausgelriebenen Wurzeln noch zu wenig tief eindringen konnten, um vor demAustrocknen geschützt zu sein. Bei unvollkommener Unterbringung der Saatverschwendet man daher oft viel Samen, und erhält dennoch oft einen zudünnen Stand der Frucht. Die Samen der verschiedenen Gewächse müssenaber nach Verschiedenheit ihres Bedarfes an Feuchtigkeit und Wärme, nachVerschiedenheit des Bodens, nach der Saatzeit und nach ihrer großem odergeringern Kraft, den Keim durch die Bedeckung durchtreiben, bald mehr,bald weniger tief in die Erde kommen, wenn sie so schleunig als möglichkeimen und fortwachsen sollen. Ein allgemeiner Grundsatz hierbei ist, daßgroße Samenkörner bei gleichen Verhältnissen tiefer kommen müssen, alskleinere, weil sie mehr Feuchtigkeit bedürfen, als diese, und einen stärker»Kcimtrieb haben. In einem mehr gebundenen Boden ist die Saat seichter,in einem lockern tiefer unterzubringen. Bei solchen Gewächsen, welchekeine Pfahlwurzel treiben, sondern die Wurzeln mehr wagerecht verbreiten,ist besonders in dem mehr losern Boden eine tiefere Unterbringung des Sa-mens nothwendig, weil es den Pflanzen sonst hier an einem festen Stand-punkt mangelt und nächst manchen andern Nachtheilen ganz besonders dasso nachtheilige Lagern verursacht wird, Auch nach dem Klima, der Jahres-zeit, der Witterung während der Saatzeit richtet sich das seichtere oder tie-fere Unterbringen des Samens. Je wärmer, trockner und windiger dasKlima ist, disto stärker ist der Same mir Erde zu bedecken; nasse und kalteWitterung macht ein seichtes, trockne, heiße ein tieferes Unterbringen derSamen nöthig. Im zeitigen Frühjahr und im späten Herbste muß man dieSaat seichter, und im späten Frühjahre und zeitigem Herbste tiefer unter-bringen. Bei feinen Sämereien ist jedoch die Bedeckung lieber etwas zuseicht als zu tief zu bewerkstelligen. Bei einer flachen Unterbringung derSaat wird der Same nur ^ oder H A.; bei einer mittelticfen 1 bis ll^b-und bei einer tiefen 3 Z. und darüber mit Erde bedeckt. Das Einbringender zu überstzenden Pflanzen, Schößlinge u. s. w. erfolgt bei den verschiede-nen Gewächsen ebenfalls tiefer oder flacher, theils nach der Beschaffenheit derPflanzen selbst, theils nach der Witterung und des Bodens, wo man nachgedachten Umstanden ebenso, wie bei Unterbringung der Samen verfahrenmuß. Doch hat man überhaupt zum Versetzen der Pflanzen und Schöß-linge eine mehr feuchte Witterung und einen hinlänglich feuchten Zustand desBodens zu wählen. Ii) Auf die Beschützung der Feldfrüchte wäh-rend ihres Wachsthumes vor Unfällen, und ihre Behand-lung bis zur Ernte. Die Unfälle, welchen die Feldfrüchte hauptsächlichausgesetzt sind, rühren her von der Witterung, von Krankheiten, Unkräu-tern und schädlichen Thieren. Au den durch die Witterung verursachten Un-fällen gehören: Nässe, Dürre, Kälte, Frost, Schnee, Winde, giftige Nebe ,Platzregen und Hagel. Ein Ueberfluß an der den Pflanzen sonst so wohl-