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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Keldfrüchte.

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thätigen Feuchtigkeit wird ihnen nachtheilig und die Pflanzen leiden dabeioder manche gehen gänzlich zu Grunde.- Am nachtheiliqsten wirkt aber dieNässe dann auf alle Feldgewächse, wenn sie förmliche anhaltende Ueberschwem-mung verursacht. Zwar vermag der Landwirth sich gegen die durch Nässeverursachten Nachtheile durch Entwässerungsanstalten, durch Damme, zumTheil auch durch hochgepflügte Beete zu schützen; doch kann er dies nichtunter allen Umständen, und nicht selten sind die Anlagen dabei so kostspie-lig, daß die Kosten in keinem Falle gedeckt werden können und daher nichtsübrig bleibt, als den Anbau der Feldfrüchte auf die Gefahr ihres Verlusteszu betreiben. Da nun die Feldfrüchte, die Nässe mehr oder weniger vertra-gen, so muß man bei der Wahl derselben hierauf Rücksicht nehmen. Ostschadet anhaltend trockncs Wetter den Feldfrüchten nicht, indem theils derBoden genügsame Feuchtigkeit hat, theils die Pflanzen durch einen starkenThau die zu ihrem Fortkommen nöthige Feuchtigkeit erhalten, wenn sie sichauch nicht ganz vollständig ausbilden. Wirkiche anhaltende Dürre ist da-gegen manchen Feldfrüchten so nachtheilig, daß sie ganz absterben. Oft wirkt dieDürre schon unmittelbar nach der Saat nachtheilig, wenn entweder dem Bodendie zum Keimen erforderliche Feuchtigkeit mangelt, und oft eine neue Saatnöthig wird, oder wenn der bindige Boden nur auf der Oberfläche zu einerharten Kruste zusammenbäckt, durch welche der Keim nicht durchdringen kann,in welchem Falle oft das Eggen, oder das Walzen mit einer mit vielenStacheln besetzten Walze hilft. Bei den versetzten Pflanzen ist nicht seltendas Begießen von Nutzen; nur kommt es hierbei hauptsächlich darauf an,»b die Kosten nicht zu hoch sind. In einem bindigen Boden kann dasBegießen sogar nachtheilig werden, wenn man es nicht wiederholen kann,indem ein solcher nach dem Begießen noch mehr erhärtet, und nun nichteinmal der Thau mehr Zutritt hat, der den nicht begossenen Pflanzen dasLeben fristet. Bei den in Reihen gesäeten Pflanzen kaniz, wenn die Vege-tation schon etwas vorgerückt ist, bei anhaltender Trocknlß durch eine vor-sichtige Lockerung des Bodens, welche dem Thau Eingang zu den Wurzelngestattet, oft geholfen werden. Zur Verhütung der nachteiligen Wirkungender Dürre stehen zwar dem Landwirthe überhaupt noch weniger Mittel zuGebote, als die Nässe unschädlich zu machen; im Allgemeinen sind aberd>e Folgen der Dürre auch nicht so nachtheilig, als die der Nässe. Kälteschadet in der Regel nur den Sommergewächsen, die Wintergewächse haltensie aus, und ihnen schadet auch die strengste Kälte weniger, besonders wenneine Schneedecke vorhanden ist, als ein nasser, gelinder Winter. Bei schonvorgerückter Vegetation hindert aber Kälte das Wachsthum aller Pflanzenund ihre vollkommene Ausbildung; und späte Fröste zerstören die Pflanzenoft gänzlich. Später Schnee ist weniger nachtheilig, ausgenommen wenn erm so großen Massen fällt, daß die schon an Wachsthum vorgeschritteneSaat erstickt würde. Gegen Kälte stehen dem Landwirth keine andern, alsnur die allgemeinen Mittel einer sorgfältigen Kultur zu Gebote, da auf kräf-tigen, gutgcdüngten Feldern die Einwirkungen der Kälte und des Frostesminder nachtheilig erscheinen und die Pflanzen auf einem solchen Boden dieihnen zugefügten Nachtheile leichter überwinden. Jene Felder, welche demNord - und Nordostwinde offen stehen, leiden von spater Kälte am meisten,und durch Anpflanzung von Hecken, Bäumen, und Aufschüttung von Erd-wällen kann man hier einigen Schutz bewerkstelligen. Die mancherlei gegenspate Fröste und Reife empfohlenen Mittel,. ;. B. das Räuchern und das