Feldfrüchte.
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gangen verursachten Verlust durch eine sorgsame Pflege der Pflanzen wah-rend ihrer Vegetation zu ersetzen; weshalb es auch Hauptbedingung beimFeldbau ist, sich diese zur Regel zu machen; die guten Jahrgange übertra-gen dann die schlechten. Jene Arbeiten, welche zur Beförderung des Wachs-thums dienen, sind aber: das Behacken, das Behäufeln, das Wal-zen und das Jäten. Das Behacken der Pflanzen, so wie überhaupt jede Locke-rung des Bodens um die Pflanzen herum wirkt unter sonst geeigneten Um-ständen dadurch günstig, daß die Einwirkung des atmosphärischen Sauer-stoffs auf den Boden und hiermit die Umwandlung der rohen Düngerstoffeund des Humus in pflanzennährenden auflöslichen Extraktivstoff befördertwird. Je öfterer man daher das Lockern des Bodens in bindigem Bodenwiederholt, desto gröber ist die Wirkung davon auf das Wachsthum derPflanzen; in einem leichten, thätigen Boden aber ist das wiederholte Lockernnachtheilig. Wegen Verdunstung der nöthigen Feuchtigkeit darf dasLockern in der Regel bei trocknem und heißem Wetter nicht vorgenommenwerden; auf bindigem, auf der Oberfläche sehr ausgetrocknetem und erhär-tetem Boden jedoch ist, zur Aufnahme des Thaues, ein vorsichtiges Lockernin den Abendstunden von großem Nutzen. Bei zu feuchter Witterung wirdaber das Lockern ebenfalls nachtheilig. Obgleich das Lockern des Bodensallen Pflanzen wohlbekommt, so bringt man es doch nur gewöhnlich beisolchen Pflanzen in Anwendung, die einen großen Raum zu ihrer Ausbil-dung nöthig haben. Nach dem verschiedenen Kulturzustande wird dasselbebei mehr oder weniger Gewächsen angewendet, am gewöhnlichsten bei denKohl-, Wurzel- und Knollengewächsen und bei einigen Handelshflanzen.Es erfolgt mit der Handhacke, oder, da dies meistens zu kostspielig wirdund zu langsam von statten geht, mit verschiedenen Ackcrinstrumenten, alsExstirpatoren, Schaufelpflügen u. s. w.; selbst die Egge wird häufig dazuverwendet, und wenn diese gleich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Pflan-zen vertilgt, so ist doch der Nutzen, der daraus für die stehen gebliebenenentspringt, sehr überwiegend. Die Zeit, in welcher dieses Lockern vorgenom-men werden soll, ist bei den Gewächsen so verschieden, daß bei jedem dasNähere darüber anzugeben ist. Das erste Lockern fällt in die erste Entwicke-lungsperiode der Pflanzen, und bei einer Wiederholung muß das letzte vorvölliger Ausbildung der Pflanzen erfolgt sein. Bei den Wintersaaten istAerzu der Zeitpunkt zu wählen, wenn sich die durch den Frost aufgehobeneErde wieder gesetzt hat, und die Pflanzen ihre vollkommene Festigkeit imBoden durch den Austrieb neuer Wurzeln und Blätter erlangt haben. DieSommersaaten werden dann gelockert, wenn ihre Wurzeln sich so weit ver-leitet haben, daß die Pflanzen einen festen Standpunkt behaupten. DasBehäufeln der Pflanzen, wobei man rings um den wachsenden Stammder Pflanze Erde anhäuft, ist besonders dann nöthig, wenn die fruchtbareund lockere Erde zu seicht für den Bedarf der Pflanze ist, und kommt haupt-sächlich bei solchen Pflanzen in Anwendung, bei denen die vollkommensteAusbildung nur von der vorhandenen Menge auflöslicher Nahrung abhängt,me sich im Bereiche ihrer Wurzeln befindet; so wie ferner auch bei solchenpflanzen, welche wegen der Ausbreitung der Blatter und Aeste und desnöthige Einflusses des Lichtes in weitem Zwischenräumen gebaut werdenluuffen, als ihre Wurzeln Raum im Boden bedürfen. Das Walzen,lvodurch die Oberfläche des Bodens zusammengedrückt wird, ist unter ge-lvGn Umständen dem Wachsthum der Pflanzen ebenso förderlich, als das