FichtenLlattfloh — Fichtenkamp.
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viel Milch darauf geben. Fichtensprossen, klein gehackt und 24 Stunden inWasser gelegt, damit sich die harzigen Theile herausziehen, werden in Ruß-land den Pferden gefüttert, und sie sind ihnen sehr gesund. — Die weißeFichte hat eine weißere Rinde als die vorige; sie wächst im nördlichenAmerika in hohen und kalten Lagen, und würde deshalb bei uns dort an-gebaut zu werden verdienen, wo die Rothsichte nicht mehr fortkommt, zu-mal da sie die Höhe und Starke derselben fast erreicht. Sie kommt übri-gens in dem Meisten mit der vorigen überein.
Fichtenblaltfloh, s. Blatt floh.
Fichtenborkenkäfer, s Borkenkäfer.
Mchtenenfe, s. Förleule.
Fichtenkamp. In den Gegenden, wo Fichtenwaldungen sind, diean den hohen Gebirgen meistens nicht durch natürliche Besamung verjüngtwerden können, treibt man die, Haubaren Bestände nach und nach kahl ab,und kultivirt sie, nachdem die Stöcke gerodet sind, sogleich entweder durchkünstliche Saat oder durch Bepflanzüng. Man zieht jetzt fast allgemein dieBepflanzung mit kleinen, nur drei bis fünf Jahre alten Stämmchen vor,da sie sicherer geräth und weniger kostet, als die Besamung. In manchenGegenden, z. B. am Harze, setzt man nicht einzelne Stämmchen, sondernBüschel von 6 bis 10 Pflanzen ein, zwischen deren Wurzeln Erde befind-lich ist, wodurch eine Art Ballenpflanzung entsteht. Um nun die zu einersolchen Kultur erforderlichen Pflänzlinge zu bekommen, legt man ganz nahean dem Orte, der nach 3 oder ü Jahren bepflanzt werden soll, einen ver-hältnismäßig großen Saatkamp an, wozu man guten, etwas lehmigen Bo-den wählt, und den Platz durch einen leichten Flechtzaun gegen den Anlaufdes Wildes und des Weideviehes beschützt. Man gräbt hierauf den Kamptief um, und entfernt sorgfältig beim Umgraben alle Wurzeln des Unkrau-tes, so wie auch die zu dicken Steine. Alsdann wird der Kamp durch ei-nen Kreuzweg in 4 Theile gethe lt, worauf man auf das gegrabene Land,in der Entfernung von 1 F, vermittelst der Hacke 4 Zoll breite und ^ Z.liefe Rinnen nach der Schnur zieht. Diese Rinnen werden nun bald imFrühjahr so dick mit gutem Fichtenfamen besäet, daß 100 bis 120 Pfv.auf den Morgen kommen, worauf man den Samen, vermittelst eines höl-zernen Harkens, ^ bis ^ Zoll dick mit lockerer Erde bedeckt, und die Rin-nen dünn mit Moos beleg!. Der Kamp muß stets nicht allein in denSaatstreifen, sondern auch zwischen denselben von Unkraut ganz rein gehal-ten werden. Bei der Verpflanzung selbst sticht man große Ballen aus denSaatreihen und läßt sie auf den zur Pflanzung bestimmten Ort tragen,wo man von den großen Ballen kleine, und 6 bis 10 Pflanzen enthaltendeBallen abbricht und sie in die schon vorher gemachten, 6 Z. großen und 3 Z.tiefen Löcher pflanzt, welche man nun endlich mit Moos überdeckt und so-dann, zum Festhalten, einige Steine darauf legt. In einem gut unterhal-tenen Saatkampe kann man auf einem Morgen gegen 200,000 PflanzenBüschel erziehen, und damit eine Fläche von wenigstens 120 preuß. Morgenin 4füßigem Verbände bepflanzen. Man könnte zwar, wenn die Büschelkleiner gemacht würden, viel weiter damit reichen; allein es fällt dann alleErde von den Wurzeln und man erhält eine Pflanzung mit entblößtenWurzeln, die zwar bei vorsichtiger Behandlung ebenfalls gedeiht, aber dochnicht so sicher wie die Ballenpflanzung von obiger Größe geräth. Die ineinem nicht sehr engen Verbände gepflanzten Fichten wachsen viel stärker.