Firnissen.
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2 Loth Stcinöl. — (Vergl. noch: Asphalt, Bernsteinfirm'ß, Eopalsirniß,Dammarsirniß, Federharz, Fichte, Goldsirniß, Gummilackfirniß, Leinölsirniß,Mastix- Oelsirniß, Sandaraksirniß, Terpentinsirniß und Firnissen.
Firnissen. Das kunstgerechte Auskragen von Firnissen oder Lackennennt man Firnissen oder Lackiren. Ais allgemeine Regeln dabei gel-ten: Jede Fläche, die lackirt werden soll, muß vorher gehörig geebnet, glatt,fein abgerieben, völlig trocken sein, daher dem Lackiren selbst verschiedeneVorbereitungen vorangehen müssen. Soll der zu lackirende Gegenstand eine^ Farbe erhalten, so kann dies entweder durch eine, unter einem durchsichti-gen Firniß angebrachte, Beize (s. d.) oder durch einen farbigen Lein- oderFirnißanstrich geschehen, über den man dann meist noch einen sarbenlosenFirniß zieht. Das Auftragen des Firnisses geschieht mit einem Fisch-, Dachs-oder Borstenpinsel in langen, neben einander geführten, Zügen, ohne aufeine Stelle zurückzukommen. Der Firniß muß so eben und glatt als mög-lich, und in der Regel nicht dicker als ein Blatt Papier aufgetragen wer-den. Sodann hat man für ein geregeltes Trocknen zu sorgen; leicht trock-nende Weingeistfirnisse dürfen nicht den brennenden Sonnenstrahlen ausge-setzt werden, am wenigsten auf hölzernen Gerathschaften, damit diese sichnicht verwerfen; dagegen gestatten Oelsirnisse das Trocknen an der Sonneund der Ofenwarme, und bei Metallwaaren vornehmlich kann man dieWärme sehr verstärken. Sehr nachtheilig bei dem Trocknen ist der Staub,g gen den man alle möglichen Vorkehrungen zu treffen suchen muß. Manträgt gewöhnlich mehrere Lackanstriche übereinander auf; Wcingeistsirnisse tragtman, wenn sie vorher geschliffen und polirt werden sotten, 8 - 10 - undmehrmals, fette Firnisse 3-, 4- und mehrmals auf; wo aber das Schlei-fen und Poliren unterbleibt, werden jene 3- bis 4 mal, diese 2 mal aufge-tragen. Der folgende Anstrich darf nie eher aufgetragen werden, bevor nichtder vorhergehende so trocken geworden, daß die Hand nicht im mindesten an-klebt, oder der Fingernagel nach sanftem Druck keine Vertiefung zurücklaßt.Sollte ein Anstrich wegen schlechter Beschaffenheit des dazu gebrauchten Lacksgar nicht trocknen wollen, so reibe man ihn mit Kalk ab und mache einenneuen Anstrich mit bessern. Firniß. Erscheint der Firnißüberzug nicht schonan sich für den betreffenden Zweck glatt und glänzend genug, so wird derFirniß nach völligem Trocknen abgeschliffen und geglättet. Dazu dient haupt-sächlich gut durchglühter, dann fein gepulverter und mit Wasser auf einemReibesteins zu einer ganz feinen Masse geriebener Bimsstein und fein ge-schlämmter Tripel mittelst Hutfilzes. Alles Abgeschliffene wird mit einemmit Wasser getränkten Schwämme rein weggebracht und mit einem weichenTuche wohl abgetrocknet. — Beim Lackiren hölzerner Gegenstände istman keineswegs vermögend, die erforderliche Glätte der Fläche mit dem Ho-! bei allein herzustellen. Kleine Risse oder Löcher müssen vor allen Dingen
> zugekittet und dann mit der Ziehklinge abgezogen werden. Alsdann reibt
Man diese flache zuerst quer über die Holzfasern weg mit einem glatten
' Stücke angefeuchtelcn Bimsstein oder mit angefeuchtetem Schachtelhalm,
oder mit Fischhaut völlig glatt, und giebt ihr dann durch kreisförmiges Rei-ben mit trocknen,, fein durchgesiebtem Pulver von Bimsstein oder auch mitPolirpulver aus Tripel oder aus calcinirtem Weinstein die höchste Glatte,wobei die Oberfläche des Holzes von Zeit zu Zeit mittelst eines nassenSchwammes von der abgeschliffenen Unreinigkeit befreit und mit einem wei-chen Tuche abgetrocknet wird. Alsdann erhält das Holz erst den sogenann-Conv. Lex. d. ges, Land- und Hausw. IN. 32