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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Firnisse».

ten Grund, der bei guten Arbeiten aus gutem, leicht trocknendem Leinölfirnis,bei gröberm Holze aber aus einer schwachen Auflösung von gewöhnlichemTischlerleim besteht, welche Ingredienzen so lange und nur so stark aufgetragenwerden, bis sich nichts mehr ins Holz einzieht, worauf nach völligem Trock-nen mit nassem Schachtelhalm geglättet und mit einem reinen Tuche ab-gerieben wird. Sehr gewöhnlich aber wird auch als Grund Bleiweiß oderKreide gebraucht, welche mit Leim abgerieben sind, wobei man das Holz lzuerst mit dünnem Leim tränkt, und hierauf sehr dünn und gleichförmigden eigentlichen Kreide- oder Bleiweißgrund aufträgt. Dieser Auftrag wird6- lOmal wiederholt, und zuletzt mit Bimsstein geglättet, und sodann derFirniß auf diesen Grund aufgetragen. Als Kitt zum Ausgleichen der Holz-flächen vor dem Auftragen der Firnisse kann folgender dienen: 8 Loth gu-ter Tischlerleim mit 2 Pfund Wasser bis zum völligen Zergehen gekocht,dann 2 Quentchen gestoßener Alaun und 12 Loth Roggenmehl in dasLeimwasser geschüttet und gut durch einander gerührt. Alsdann knetet manin einer geräumigen Schüssel 3 bis 4 in kleine Stücke zerrissene Bogen Lösch-papier und so viel fein ausgesiebte Sägespane in den Leimkleister, bis einzäher Kitt entsteht. Beim Lackiren von Metall sind die Metallwaarenvor Auftrag des Firnisses durch trocknes Abreiben mittelst eines wollenenLappens mit Bimsstein, Kalk, Tripel oder dgl. von allem Fett zu befreien,wonach ohne vorherigen Grundanstrich der Lack aufgetragen werden kann.

Verzinnte Blechgeräthschaften insbesondere werden erst trockenmit einem Pulver von weißgebranntem Hirschhorn mittelst eines StücksWollenzeug abgerieben, worauf sie nur noch mit ledernen Handschuhen angefaßtwerden dürfen; alsdann ein wenig erwärmt, die mit Firniß abgeriebenenFarben, welche sie erhalten sollen, aufgetragen, so weil abgetrocknet, daßder Anstrich nicht mehr klebt, dann in stärkerer Hitze völlig getrocknet undgebacken. Auf gleiche Weise wird der Anstrich 2- bis 3 mal wiederholt, derletzte dann nach völligem Trocknen mit seinem, mit Wasser abgeriebenem,Bimssteinpulver und einem in Wasser getauchten Stück weißen Filz abge-schliffen, der Schmuz mit einem nassen Schwamm behutsam entfernt, dasGeräth mit einem weichen leinenen Tuche abgetrocknet, wieder ein wenig er-wärmt und nun ungefärbter Copalsirniß möglichst gleichförmig aufgetragen,worauf in der Regel kein weiteres Abschleifen nöthig ist. Geräthschastenaus schwarzem Blech werden mit Wasser und einem Schleifsteine vonallem Schmuz gereinigt, dann mit einem Stück Bimsstein und Wasserglatt geschliffen, nun die Grundfarbe 4- bis 4 mal, jedesmal sehr dünn,auf das etwas erwärmte Geschirr mit einem etwas steifen, aber weichen Pin-sel aufgetragen, in verstärkter Hitze gebacken, dann mit einem zusammenge-rollten Stück nassen Filz, fein abgeriebenem Bimssteinpulver und Wasser zabgeschliffen. Die nun folgende Hauptfarbe wird ebenso wie der Grund be- ^handelt, jedoch von ihr 9 oder 10 Anstriche gemacht. Das Lackiren des >Leders wird am leichtesten vor seiner Verarbeitung auf der obern, ja nichtauf der untern narbigen Seite vorgenommen. Es wird durch Aufnagelnauf ein glattes Bret straff ausgespannt, die Außenseite mittelst eines Schwaw-mes mit reinem Wasser angefeuchtet, dann mit einem Stück feinkörnigenSandsteine, dem eine glatte Fläche gegeben worden, nachher mit gepulver-ter Kreide und einem ebenso zubereiteten Stück Bimsstein so lange abgerie-ben, bis es eine glatte Fläche erhalten hat, sodann das Leder, nachdem dieabgeschliffene Unreinigkeit mittelst einer stumpfen Bürste entfernt worden, mit