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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Flachs.

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bindigem Boden nicht, wo hingegen der Windauer Tonnenlein nur in schwe-rem Lehmboden, und derRigaer in feuchtem Boden bei einem kühlen Klimadas beste Fortkommen findet. Aussaat. Die Zeit der Aussaat ist imGebirge, wie im niedern Lande, verschieden, und der Lein wird bald früher,bald spater gesaet. Es hat es fast überall die Erfahrung bestätigt, daß imDurchschnitt der Jahre die frühen Saaten einen höhern Ertrag gegeben ha-ben, als die späten. Spät gesäeter Lein erhalt auch gewöhnlich schlechtem! Bast, er wächst bei günstiger Witterung zu üppig, und erhält keinen Kern,keine seinen haltbaren Zascrn. Nächstdem gewährt aber auch die frühe Saatden Vortheil, daß die Röste zeitiger im Jahre vorgenommen werden kann.In mehreren Gegenden nimmt man als Zeichen der Leinsaatzeit das Her-vorkommen des Laubes der Eichen und Buchen an; im Allgemeinen findetaber die Leinsaatzeit vorn Anfange Mai bis in die Mitte Juni stakt. In-sofern es die klimatischen Verhältnisse nicht erfordern, ist es nicht anzura-then, später zu säen, so wie eine frühere Saat meistens vom Froste gefähr-det sein wird. Da, wie die Erfahrung vielseitig bestätigt, ein paar TageUnterschied in der Saatzeit einen sehr großen Einfluß auf das Gerathen oderMißrathen des Flachses haben, so ist es sehr anzurathen, mehrere Saatenzu machen; denn geräth die eine Saat nicht, so geräth doch die andere,und selten mißrathen alle. Zur Aufnahme des Samens ist ein etwas feuch-ter Zustand des Bodens erforderlich, damit derselbe schnell und gleichmäßigaufgehe; ist der Boden zu trocken, so vermälzt der Leinsamen leicht, gehtungleich auf und giebt schlechten Flachs. Auch ist es räthlich, die Saat nichtj in frisch gepflügtes Land zu bringen, sondern dasselbe vor der Saat sich ge-

- hörig setzen zu lassen. Das Aussäen des Abends, um die Samen der Ein-

wirkung des Thaues zu überlassen, ist zu empfehlen; vermuthet man jedochNebel, so muß es unterbleiben. Der Leinsamen bedarf nur einer seichtenErdbedeckung, wünscht aber eine möglichst gleiche Vertheilung der Saat.Was die Stärke der Aussaat anbelangt, so kommt es hierbei, vorausgesetzt,daß der Same gut ist, darauf an, ob man guten Samen, Samen undFlachs, oder nur Flachs ohne Rücksicht auf den Samen erzeugen will. Im> erster» Falle ist eine Aussaat von 12 bis 16 Metzen auf den Morgen, im

2tm 20 bis 24 Metzen hinreichend, im letzten Falle kann man aber bis

3 Scheffel und darüber auf den Morgen säen. Bei einer so starken Aus-saat wird aber in kräftigem Boden bei günstiger Witterung der Flachs sodünnhalmig wachsen, daß er gestützt werden muß, wovon weiterhin. Obsich übrigens ein solches Verfahren bezahle, muß sich jeder Flachsbauer selbstberechnen. Betreibt man den Flachsbau hauptsächlich nur für d,n Hausbe-darf, so daß nur nebenbei einiger verkauft wird, so wird die Samengewin-nung ein nicht unwicktiger Gegenstand. Bei einer Aussaat von 14 berl.Scheffel wird man zwar nur mittelfeines Bast, aber eine nicht unbeträcht-liche Samenernte erzielen, wenn man wenigstens den größten Theil des Sa-mens reif werden läßt, bevor man den Flachs rauft. Wo es aber vor-nehmlich auf Bastgewinnung abgesehen ist, wird man sich bei einer Einsaatvon 3 Scheffeln am besten stehen. Der dünn gesäete Flachs, dessen Samenman reif werden läßt, erschöpft den Boden weit mehr, als der dicht gesaete,wenn er vor vollendeter Samenreife gerauft wird. Ueberhaupt ist aber demFlachse nicht eine so große Kraftaussaugung des AckerS zuzuschreiben, alsman gewöhnlich zu thun pflegt, und es dürfte derselbe in seinem nur sehrkurzen Leben weniger Kraft, als eine Sommerfruchk, dem Acker entnehmen,