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Flachsdotter — Flachslilie.
das Feuer durch eine im stumpfen Winkel vorspringende Zunge von Mauer-steinen zu theilen und die Scheidewand unter dem Kasten bis zum hintenangelegten Schornsteine fortzuführen, so daß dadurch das Feuer in 2 Hälf-ten den Ofen erwärmt. Mittelst dreier Decken von Dachsteinen wird dieHitze und der Rauch um den Kasten hinten und an seinen beiden Spitzenum den Darrkasten gebildet. Um der theilwcisen großem Erwärmung aufder Decke des Herdes vorzubeugen, empfiehlt man, diesen so viel niedrigeranzulegen, daß aufrecht in sogenannter hoher Kante gesetzte starke, 4 Z.breite Eisenstangen in der Decke des Herdes bis 3 F. in den ersten, unterdem Boden des Kastens hingehenden Zügen Raum gewinnen, ohne denFeuerkasten oder die Züge selbst zu beengen. Diese Eisenstangen find mitwohl zugerichtetem Lehm zu verkleiden, so wie außer den beiden Dachsteinesund dem Mauersteine noch mit einem Dachsteine zu bedecken. Es ist zweck-mäßig über der Eingangsthür zum Darrkasten die Spannung eines Bogensin der Stirnwand anzubringen, damit der Rahmen der Thüre nicht vonder Steinmasse beschwert werde. Durch das stärkere oder geringere Unter-feuern wahrend des Darrgeschäfls wird die Temperatur im Ofen nach Ge-fallen und Bedarf erhöht oder vermindert. Zur Verminderung der Hitzebei unvorsichtiger zu starker Unterfeuerung und zur Bestimmung des Darr-grades dienen 4 bis 5 durch die Decke und den Feuerzug bis in das In-nere des Kastens gehende Probelöcher. Sollte aber wirklich durch Unvor-sichtigkeit der Darrkasten glühend werden und sonach der eingestellte Flachsin Brand gerathm, so kann mindestens durch ungesäumte Verschließung desKastens in seinen Probelöchern jeder möglichen Feuersgefahr vorgebeugt wer-den. Bei diesen Darren braucht nur Herd und Kasten, die Decken derZüge, Stirnwand und Schornstein von gut ausgewählten Mauer- undDachsteinen zu sein; der Rock oder Mantel außerhalb der Feuergänge hin-gegen kann von Lehm gemacht werden (vergl. bei Flachs, Darren).Ja manchen Ländern hat man besondere öffentliche Darr- und Brechhäuser,welche gemeinschaftlich gebraucht werden. In dem Darrzimmer befindet sichein Ofen, der größtentheils aus Kacheln aufgebaut ist, und von außen ge-heizt wird. Der zu trocknende Flachs wird auf in der Höhe des Darr-zimmers angebrachte Latten gelegt.
Flachsdotter, s. Dotter.
Flachslilie, oder der neuseeländische Flachs (pliorniiumwnax', ein perennirendes Gewächs, das zuerst in Neuseeland angetroffen und1776 nach Europa gekommen ist. Diese Pflanze ist besonders wegen ihrenBlutern wichtig, welche die Eigenschaft haben, mehr und stärkere Fädenzu geben, als unser Hanf und Flachs. Sie treibt aus dem Wurzelknolleneinen holzigen 6 Zoll dicken Stengel, der zuweilen 14 F. hoch wird; erendigt sich in einer lockern Aehre, die an 12 Büschel von ebenso viel gel-ben Blumen hat; die schwertförmigen Blätter werden 10 bis 12 F. lang,sind unten 6 Zoll breit und stehen ihrer bis 10 zusammen unten an denSchaft gedrückt. Man kennt 7 Abarten von dieser Pflanze. Die Flachs-lilie wächst gewöhnlich in der Nähe des Meeres in niedrigen sumpfigen Ebe-nen und bedarf keiner besondern Pflege. Die Wurzeln dieser Pflanze drin-gen 2 F. tief in die Erde; die Fortpflanzung geschieht durch Sprößlinge.Der untere Theil der Pflanze nahe an den Wurzeln ist außerordentlich bit-ter von Geschmack. Durch Auspressen des Samens, welcher im Septemberund October reist, erhält man eine gelbliche Scharlachsarbe, womit die Ein-