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Fliege.
dauert, daher sich ein Paar in einem Sommer auf 2 Millionen soll ver-mehren können. Erst nachdem Nachtfröste ihrem Leben Abbruch thun,schwinden sie allmälig in den Häusern, doch bleiben immer einige wohlbehal-ten des Winkers über in unsern Wohnungen, welche dann für künftigesFrühjahr a's die Stammhalter erscheinen. Diese Thiere verunreinigen nichtallein durch ihren Unrath die schönsten Möbeln, Bücher, Tapeten. Gemäldeu. s. w., sondern sie werden auch noch besonders durch ihr Blulsaugen undMenge höchst lästig. Man bedient sich daher verschiedener folgender Mittelzur Abwehr oder Vertilgung derselben. ->) Zur Abhaltung der Fliegen vonZimmern ist nützlich, die Fenster am Tage nicht sehr auf der Seite zu öff-nen, wo die Sonne am längsten steht. Da jedoch das Oeffnen der Fen-ster in Wohnzimmern der frischen Luft wegen nicht zu vermeiden ist, sowende man mit Gaze bezogene Rahmen oder feine Drahtgitter oder dgl. alsFenstervorsetzer an. b) Eine Räucherung im Zimmer mit, auf glühendeKohlen geworfenen, trocknen Kürbisblattern jagt die Fliegen heraus, oderläßt sie sterben, wenn die Fenster geschlossen sind. c) Eins der wirksamstenMittel zum Schutz von allen Arten Gegenständen ist Lorbeeröl, dessen Ge-ruch den Fliegen unerträglich ist. Man kann dieses Oel selbst dadurch be-reiten, daß man zerquetschte Lorbeeren mit Wasser auskocht, wo es nach demErkalten obenauf schwimmt. <i) Knoblauch 4 bis 5 Tage lang in Wassereingeweicht, und dann Möbeln, Gemälde u s. w. mit diesem Wasser bestri-chen, gilt als eins der besten Mittel, Gegenstände vor den Fliegen zu sichern,e) Zum Schutz des Viehes sind außer den bekannten Fliegenlapxen oderFliegennetzen namentlich folgende Mittel empfohlen, bei deren Anwendungman das Vieh entweder unmittelbar damit reibt, oder mit dem ausgepreßtenSafte oder der concentrirten Abkochung derselben wächst, oder aus dem aus-gepreßten Safte mit Fett eine Salbe über Feuer zulammenkocht, die manmittelst eines wollenen Lappens einreibt: Bilsenkraut, Birkenreiserspitzen,Knoblauch, Kürbisblätter (vorzüglich gerühmt), Hansblätler, Hvllunderspitzen,Lorbeeröl, Steinöl (mit Fett zur Salbe gemacht), Tabak, Tannenzapfen(abgekocht), Wallnußblätter oder grüne Wallnußschalen, Wermuth, Quassia.Jedenfalls hat man mit diesen Substanzen vorzugsweise die empfindlichstenStellen des Viehes zu behandeln. Zur Abhaltung der Fliegen von Pferdenempfiehlt man noch besonders folgendes Mittel: 3 Loth wildes Katzensett,6 Loth ausgepreßten Wermuth- und ebenso viel Flöhkcautsaft werden zu-sammen gekocht, bis der Saft verkocht und das Fett recht grün ist. Hierzubringt man ein Loth feingepulverte Aloe, rührt es wohl um, und bestreichteinen Waschlappen damit, den man zu diesem Gebrauche besonders aufbe-wahrt; bevor man nun die Pferde im Dienst gebraucht, werden sie mitjenem Lappen, besonders an Orten, wo sich die Fliegen am häufigsten an-setzen, bestcichen. Auch empfiehlt man noch bei Pferden das Judenpech(Asphalt), in Oel aufgelöst und Zaum und Geschirr damit bestrichen.k) Zum Fangen und Tödten der Fliegen bedient man sich, außer der Flic-genklatsche, verschiedener sogenannter Fliegensallen, worunter die sogenanntenFliegengläser (cylindrische Gläser, die oben und unten verschlossen sind, je-doch oben eine kleine Oeffnung zum Durchkriechen für die Fliegen haben)für die wirksamsten gelten dürften. Uebrigens thut ein gewöhnliches Trink-glas, mit Brot, worin man ein 1 bis Zoll weites Loch gemacht hat,zuzedeckt, dieselben Dienste. Diese Gläser werden mit Milch, Honig oderSprup halb angefüllt, wo nun die Fliegen hineinkriechen, aber nicht wieder