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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Fliegendes Feuer Flicgenschwamm. 557

herauskönnen. Ein Weinglas 1 Zoll hoch mit Branntwein gefüllt, undauf obige Weise mit Brot zugedeckt, leistet ebenfalls ungemein gute Dienstegegen die Fliegen. So oft das Glas so voll Fliegen ist, daß sie nicht mehrschwimmen, muß man sie herausschütten und zertreten oder doch andernBranntwein hineinschütten. Ein sehr bewahrtes Mittel ist auch die Quassia,indem man eine Abkochung von Quasstaholz macht, oder 1 QuentchenQuassiaextcact in ^ Pfd. Wasser auflöst, die bittere Flüssigkeit stark mitZucker oder Syrup versüßt und sie in flachen Tellern hinstellt. Man muß. die gefallenen Fliegen aber öfters zusammenkehren, sonst leben viele wieder

j auf. Ferner empfiehlt man eine Abkochung von Nieswurz oder Pfeffer mit

! Milch, so wie auch eine versüßte Abkochung von Tabak oder Kürbisblättern.Eins der wirksamsten Mitte! ist endlich der Fliegenfchwamm. Man brichtihn in kleine Stücke und legt ihn entweder hier und da im Zimmer um-her oder gießt heiße Milch darüber und setzt ihn so in flachen Gefäßen denFliegen vor. Diese fallen begierig darüber her und platzen in wenig Augen-blicken. Indessen ist dieses Mittel, so wie überhaupt alle sogenannten Flie-gengifte nur mit der größten Vorsicht in Anwendung zu bringen, und lie-ber, wegen der zu befürchtenden Gefahr einer Vergiftung zu vermeiden.Um vergoldete Rahmen von Fliegenkoth zu reinigen, weiche man den-selben mittelst eines Pinsels oder Schwämmchens mit Weinessig los, spülenach einigen Minuten mit reinem Wasser ab, und lasse von selbst trocknen.^ Die ganze Behandlung muß behutsam geschehen und darf nicht zu oft wie-derholt werden, ausgenommen die Vergoldung wäre mit Sandarak oderEopalfirniß überzogen worden. (Vgl. noch Breme und Mücke.)

2 Fliegendes Feuer, s. Milzbrand.

s Fliegenfänger (Fliegenschnäpper), s) Der gefleckte (Nusei-

I cspa crisola), hat eine Länge von 6 Zoll, wovon der Schwanz 2^ Zollwegnimmt. Der schwarze Schnabel ist schmal, fast dreieckig, und an dermit steifen Haaren besetzten Wurzel breiter; die Beine sind schwarz; derOberleib ist dunkelgrau und hellgrau gesprenkelt, der Unterleib weißlich mitröthlichgrauen Längsflecken. Man findet ihn fast überall in den Vorhölzernund Gärten, wo er sich von Fliegen und andern kleinen Inletten, Kirschenund saftigen Beeren nährt. Er zieht im Herbste weg. d) Der kleine(AI. parva), 4^ Zoll lang. Schnabel und Beine sind schwarz; der Ober-leib ist grau, die Brust röthlichgelb, und die Schwanzfedern sind von derWurzel an bis über die Hälfte, mit Ausnahme der beiden mittelsten, weiß.Dieser Vogel singt einige helle Strophen und lockt: Veit! Veit! er hältsich in den Vorhölzern auf, zieht im August weg und kommt im Maiwieder; er nährt sich von Jnsecten, Kirschen, Beeren. Er baut sein Nestauf einen Baumast, legt 4 schmuzigweiße, braun punktirte Eier, und brütet! sie in 14 Tagen aus.

i Fliegenfchwamm, Fliegenpilz (^A-iricus musearivs). Dieser

sehr giftige Pilz wächst allenthalben in trocknen, sandigen Waldgegenden undWaldwiesen. Er zeichnet sich vor allen Schwämmen durch den schön hoch-rothen mit weißen Warzen oder Schuppen besetzten Hut aus; die Blätterunter dem Hute sind weiß, gehen aber, wenn der Schwamm alt wird, insBraune oder Gelbliche über. Der Fliegenschwamm wirkt auf Menschen undThiere giftig, und es erfolgt nicht selten der Tod nach dem Genusse. Beivorkommender Vergiftung suche man vor allen Dingen Brechen zu erregen,oder dasselbe durch Trinken von warmem Wasser mit Oel oder Kitzeln mit