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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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567
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Flor Floß.

Z67

2 Theilen Cor,'anvertraut, 1 Th. Hollunderblätter und 1 Th. Wermuth zubesprengen. Reibt man sich den Leib mit frischem oder trocknem Wermuthein, oder wascht ihn mit einem Absud davon, den man darauf trocken wer-den laßt, so hat man keinen Flohstich zu besorgen. Ein sicheres Mittel,die ganze Brüt zu vertilgen, ist, den Fußboden, insbesondere alle Fugen undHohlen desselben, mit einer Coloquintenabkochung zu bestreichen. Um Hunde,Katzen oder andere Hausthiere von Flöhen zu befreien, werden diese mitLein- oder Baumöl eingeschmiert und dann die Haare durchgekämmt. Aberauch starkes Einreihen mit Schnupftabak in den Haarwurzeln, oder Bestrei-chen mit Anisöl an allen den Stellen, die das Thier mit der Schnauzenicht erreichen kann, so wie Waschen mit einem Absud von Wermuth, oderColoquinken, oder Lorbeeren, oder grünen Wallnußschalen, sind hülfreich.

Flor, ein dünnes, durchsichtiges oder netzartiges Gewebe, welches inmancherlei Abänderungen und Qualitäten, gewöhnlich ganz von Seide, oftauch halbseiden, von Baumwolle, Leinen, Wolle, weiß, gefärbt, vorzüglichaber schwarz zum Handel kommt. Um alten Flor wieder schwarz zu fär-ben, kocht man 1 Psd. davon mit 4 Loth gestoßenem weißen Weinstein undebenso viel grünem Vitriol ^ Stunde in Flußwasser, und trocknet ihn dann..Ferner weicht man 8 Loth Blauholz eine Nacht in Wasser ein, thut es ineinen Beutel, kocht es ^ Stunde in Wasser, fügt dann 4 Loth grünen Vi-triol hinzu und kocht es noch ^ Stunde. Hierauf läßt man den Flor noch4 Stunde darin kochen, nimmt ihn dann heraus und steckt ihn, wenn ererkaltet ist, wieder ^ Stunde in die kochende Farbenbrühe. Alsdann spültman ihn einigemale in Bieresflg, bis er nicht mehr abfärbt und trocknetihn. Nun streicht man ihn mit Provenccröl ein, läßt ihn 1 Tag liegenund wäscht ihn in warmem Bieressig. Endlich löst man I Loth zerstoßenesTragantgummi in der Wärme in Branntwein auf, drückt die Auflösungdurch, zieht den Flor durch, drückt ihn aus und plättet ihn unter Papier.

Flore», Florin, Florind'or, ursprünglich eine Goldmünze, die1552 zuerst in Florenz, woher ihr Name rührt, geprägt wurde und etwaeinen Ducaten werth war. Die später sowohl in Deutschland als Italiengeprägten sogenannten kleinen Florenen machten den 3ten oder 4tenTheil eines Florens aus. Nachdem man aber in Deutschland die kleinenFlorenen von Silber zu prägen angefangen, nannte man die großen Gold-gulden, währmd man die ssbernen Gulden Florenen nannte. Dieserletztere Name kommt noch vor: r>) In Genf, wo der Florin zu 144 De-niers geringer Münze gerechnet wird und ---- 3 Sgr. 8ss^ Pf. preuß. oder2 Gr. 10 Pf. Conv. I>) Au Frei bürg in der Schweiz hat man zweier-lei Florins, nehmlich einen Florin dorr, 5 Sgr. i l Pf. preuß. oder4 Gr. 5i Pf. Conv., und einen Florin potit, 4 Sgr. 81 Pf. preuß.oder 3 Gr. Lz- Pf. Conv. e) In Lüttich rechnet man den Florind'orzu 5 dortige Gulden (f. d.).

FlortlXNtd, nennt man eine Wellcrwand, die bloß zur Einfassungeines Gartens oder Weinbergs dient, und darin meist mit einem Dache ver-sehen ist.

Floß, ist eine Verbindung von mehrern Baumstämmen mit ein-ander, die auf dem Wasser schwimmen und so an einen andern Ort hinge-bracht werden sollen. Die Breite eines Flosses richtet sich nach der Breitedes FluffeS oder Baches, und nach den Durchlässen in den Wehren. Die