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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Flugsand.

Gefahr des Flüchtigwerdens des Sandes, nicht zu gestatten. Selbst dasBeweiben solcher Orte sollte unterbleiben, um ihnen eine schützende Benar-bung zu verschaffen, was übrigens um so leichter zu beobachten steht, dadas Vieh doch darauf wenig Nahrung findet, e) Das Wüsteliegen sehr san-diger Felder. Dergleichen wüste Felder, welche wegen ihrer schlechten sandigenBeschaffenheit die Beackerungskostcn nicht mehr tragen, müssen wenigstens anden schlechtesten Stellen mit Holz angebaut werden. ä) Viehtreiben, welcheüber sandige Hügel führen, und worin der dem Anprallen des Windes aus-gesetzte Sand immer losgctreten und aufgewühlt wird. Viehtreiben überdergleichen Stellen sind daher gänzlich zu vermeiden, und wo dies nicht ge-schehen kann, doch wenigstens zwischen Zäunen zu hallen hinter denen einschützender Holzbestand erzogen werden kann, um das Wegwehen des aufge-wühlten Sandes zu verhindern, v) Unglücksfalle, wie Brand und Jnsec-tenschaden, wodurch große sandige Strecken der schützenden Holzbcdeckung auslängere Zeit beraubt werden. Wenn es unthunlich erscheint, dergleichenStrecken schnell genug wieder ganz anzubauen, so muß man wenigstens diegefährlichsten Stellen durch einzelne Kämpe und Anlagen schleunig schützen,und in diesem Falle lieber von der sonst so wichtigen Regel, die Schonun-gen an einander zu reihen, abgehen. Was die Bindung des Flugsandes ianbetrifft, so gellen hierüber folgende allgemeine Regeln. Jede Sandscholle >wird am zweckmäßigsten mit Holz, und in der Regel mit der Kiefer beilrocknem Untergründe, mit der Weide und Pappel bei nassem angebaut, in-dem diese Hölzer am leichtesten sich darauf ziehen lasten, die Sandscholleam dauerhaftesten binden und am meisten verbessern, so wie die Kosten desAnbaues noch am ersten wieder ersetzen. Bei dem Sandbaue im Binnen-lands ist es Regel, niemals den herangewehten Sand aufhalten zu wollen, jsondern immer nur das Wegwehen des Sandes von der Stelle, wo er liegt,zu verhindern; deshalb darf man niemals dem treibenden Sande entgegen-halten, sondern man muß vielmehr die Stellen zu befestigen suchen, von woer weggeweht wird. Ferner darf man niemals größere Stellen aus einmal in An-bau nehmen, als man ganz gegen das Wegtreiben des Sandes schützen kann.

Alle Sandschollcn müssen sorgfältig gegen Betreiben, Durchfahren und Rei-ten geschützt sein, um den Sand nicht aufzurühren. Bei dem Anbaue derSandschollen kommt es vor Allem darauf an, zu verhindern, daß der Sameoder die eingesetzten Pflanzen weder vom Sande überschüttet, noch durch dasWegwehen desselben blvßgelegt werden. Man hat dies zu verhindern fol-gende Mittel: ») das Aufpflügen des Sandes, was, wenn vorzüglich vonder Windseite her noch ein schützender Zaun gezogen wird, auf Ebenen, beigeringer Ausdehnung der Sandschclle, und so lange auf derselben noch keinemuldenförmig ausgewetzten Vertiefungen bemerkbar sind, genügt. Um derSandscholle dadurch eine möglichst ungleiche Oberfläche zu geben, und somitdas Forttreiben des Sandes zu verhindern, läßt man jedesmal zwischen 2Furchen die Breite einer Furche ungepflügt stehen, weil dadurch die Kammeder Furchen schärfer hervortreten. Die Furchen erhalten eine solche Richtung,daß sie Front gegen den Windstrich machen, mit welchem der Sand ge-wöhnlich forttreibt, weshalb sie in der Regel von Norden nach Süden zu-laufend gezogen werden. Da sich die Furchen nur bei feuchtem Sande langegenug erhalten, bevor sie durch den Wind ausgeglichen werden, um denSamen vorher aufgehen zu lasten, so wählt man zum Aufpflügen und Aus-säen das zeitige Frühjahr. Der Same wird starker, als es bei Kiefersaalen