Flußotter — Fluthmark.
577
Flnßotter, s. Fischotter.
FlttHscharren, nennt man es, wenn in den «»geharzten oder an-gerissenen Fichtenwaldungen das aus den Lachen in die Rinde und auf dieErde geflossene Harz im Herbste gesammelt und, wie gewöhnlich, zur Kien-rußbrennerei verwendet wird. Da die Baume bei diesem, ohnehin nichtviel lohnenden, Verfahren oft sehr beschädigt werden, so ist das Flußscharrenfast allerwärts verboten.
FluHspath, flußsaurerKalk, Fluß, sieht weiß, roth, gelb,grün, blau, und ist meist von lichten Farben, bisweilen in mehreren Far-ben. Hat weißen Strich, starken Glasglanz, ist durchsichtig bis undurchsich-tig, von muschligem Bruch. Er ritzt Kalkspats,, aber nicht Glas, und wirddurch Feldspath geritzt. Er besteht aus 72, 7 Theilen Kalk, und 27, 3 Th.Flußsaure. Er erhall durch Reiben mit Tuch.>Elcctricität; phosphorescier aufglühenden Kohlen mit grünem oder blauem Schimmer und schmilzt zuletztzu unklarer Perle; mit Borax und Phosphorsalz fließt er leicht zu klaremGlase, mit Gyps zu klarer, beim Abkühlen trüb werdender, Perle; ent-wickelt, gepulvert, mit Schwefelsaure übergössen und erwärmt, flußsaureDämpfe, welche das Glas anfressen. Man unterscheidet späthigen (kry-stallisirten), dichten und erdigen Flußspath. Er findet sich häufig inSachsen, Böhmen, Ungarn, am Rhein, am Harz und in England, woman den schönsten, zum Theil von den prächtigsten Farben bricht. DerFlußspath dient zur Bereitung der Flußsaure, und zum Aetzen in Glas;ferner in der Hüttenkunde als Zuschlag beim Ausschmelzen schwerflüssigerKupfer-, Silber- und Eisenerze, und namentlich beim Probiren der Eisen-steine, wobei er den Borax ersetzt. Man hat ihn auch als Zusatz bei derPorcellan- und Glasfabrikation benutzt, um die Schmelzbarkeit zu beför-dern. Sonst wird er auch als Edelstein benutzt und im Handel nach denEdelsteinen benannt, deren Farbe er gerade besitzt, mit dem Zusätze: falsch.In England werden kleine Geräthschaften, Tassen, Teller, Urnen, Knöpfe, Becher,Leuchter u. s. w. daraus gefertigt. Im Allgemeinen stehen die Fabrikate hochim Werthe.
Flujßspathsäure, Flußsäure, eine flüchtige Saure, welche durchSchwefelsaure aus Flußspath entwickelt wird, gewöhnlich um Glas zu ätzen.Man muß sie in silbernen oder bleiernen Gefäßen aufbewahren, da sie glä-serne und die meisten metallenen Gefäße zerfrißt; ihre Dampfe sind für Äu-gen und Brust höchst gefährlich, weshalb der Umgang damit viel Vorsichterfordert.
Fluthhette, ist 1) ein Graben, der mit seiner Sohle gerade in derHöhe des gewöhnlichen Wasserspiegels eines Teiches liegt, um das außer-ordentlich sich anhäufende Wasser schnell abzuführen, und dessen gewaltsa-mes Uebergehen, oder gar das Ausreifen des Teiches zu verhüten, und derdann entweder mit Rasen ausgelegt, oder unten ausgebohlt, zur Seite ge-mauert und mit einer eigenen Schleuse oder jedenfalls doch mit einem Re-chen versehen ist; 2) ein Gerinne von starken Bohlen, worin Wasser aneinen bestimmten Ort geleitet wird; 3) die Einfassung des Wassers an denMühlen, quer durch den Strom durch; 4) bei Deichen oder Dämmeneine bekleidete Höhe, über welche das Wasser ohne Schaden wegfließen kann.
Fluthgraben ist ein Graben zum Abzug überflüssigen Wassers beieiner Mühle u. s. w. (vergl. Gräben).
Fluthmark, ist der Unrath, den die See an die Dämme oder Deiche wirft.
Conv. Lex. d. gcs. Land- u. Hausw. III. 37