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Flüthmühlt — Konto,rett.
Flttthmühle, nennt man I) eine Mühle, die durch Ebbe undFluth getrieben wird; 2) eine Wassermaschine, die das Wasser mit Schau-feln hebt, und vvm Winde getrieben wird.
Flrithpfähle, sind Pfähle, welche die Wassermüller schräg an denGrunddaum setzen, damit weder Treibeis noch andere fremde Theile aus Rä-derwerk kommen.
Föhre, s. Kiefer.
Föhreneule, s. Eulchen.
Föhrenschwcrrmer, s Schwärmer.
Föhrenspanner, s. Spanner.
Föhrenspiinrcr, Flchtenspinner, s. Spinner.
FoetUs, heißt der thierische Keim (kmimvo) dann, wenn eine derGattung enisprechende Gestalt aus ihm sich entwickelt hat.
Fvstfietta, Wcinmaß im Kirchenstaate, a) Zu Bologna ist sieILH par. Eubikzoll groß und — preuß. Quart oder wiener Becher;l,) zu Rom 18 par. Eubikzoll groß und — preuß. Quart oder i wie- !ner Maß. i
Fottöll?, Fondukli, türkische Aechine, eine türkische Gold-münze aus 1!1 Karat Z Gran feinem Golde und 71^ holl. Aß an Gewicht,ist werth 2 Thlr. 7H gr. Gold oder 3 fl. 39 Kreuzer in Eonv.
Fontanell, ist eine äußere, künstlich erzeugte, eiternde Wunde(künstuchcS Geschwür), sowohl bei den Menschen als bei den Thieren. Die ^
Wirkung der Fontanelle ist kräftige Ableitung von entzündeten Drganen, j
Beschränkung und Beseitigung bestehender Entzündungen, besonders mit Aus« i
schwitzung und Eiterbildung, Ausführung übelbeschaffcner Säfte und aufge-nommener Krankheiisstofse. Bei den Thieren bringt man die Fontanelle in fAnwendung: in allen ächten innern und auch äußern Entzündungen wich-tiger Theile, entweder gleich zu Anfange, wenn sie nicht heftig sind, oder j
erst später, wenn ihre Heftigkeit gebrochen ist; ferner gegen chronische, lpm- >
Phatische Krankheiten, Druse, Wurm, Rotz, äußere Anschwellungen; als j
Vorbauungsmitrcl gegen alle seuchenartigen Entzündungs- und fieberhafteKrankheiten. Um bei den Thieren ein Fonkanell zu setzen, was am häufig- jsten bei Pferden und Rindern vorkommt, macht man einen bis 2 Z. §großen Querschnitt durch die Haut, trennt diese dann in einem Umkreist i
von 2 Z. mit dem Daumen oder einer stumpfen Haarseilnadel los und j
bringt in die Wunde, unter die losgetrennte Haut, ein rundes in der Mitte l
ausgeschnittenes Stück Filz, oder Leder, oder einen gleich großen, festgewickel-ten Wergkranz von der Größe eines Thalers, oder beim Rindvieh 1 bis iHZoll langes Stück Nieswurz ein. Jenes nennt man Leder- dieses Wur-zel stecken. Diese eben gedachten Dinge werden mit einem Stück Bind-faden, welcher zur Wunde heraushangen muß, versehen, und, wenn manstark reizen will und muß, mit bloßem oder mit etwas Spanischfliegcntincluc ver-mischtem Terpentinöl getränkt, oder, die Nieswurz ausgenommen, mit ei-ner reizenden Salbe bestrichen. Die Hautwunde wird dann in der Mittedurch einen Heft auf einem kleinen Wcrgbäufchchen mäßig zusammengehalten.Wenn am 2tcn Tage noch keine Geschwulst eingetreten ist, so reizt mandie Stelle mit Camphergcist, Terpentinöl u. s. w.; zeigt sich aber jetzt oderfrüher oder später eine zu heftige Entzündung, so macht man warme, erweichendeBähungen, und bei heftigem Grade muß sogar der eingebrachte fremde Kör-per gänzlich entfernt werden. Nach eingetretener Eiterung löst man den