Buch 
3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
597
JPEG-Download
 

Fvrst.

507

schlecht ist. Ein nicht minder großer Unterschied entsteht aber auch dadurch)wenn di, Behandlung eines Forstes, nach einer oder der andern Betriebs-Methode, gut oder schlecht ist. 5) Von der größer» oder geringernSchnellwüchsigkeit der im Forste befindlichen Holzarten.Hierin findet oft ein sehr bedeutender Unterschied statt, und die Nadelhölzerliefern in einer gewissen Zeit viel mehr Holzmasse, als diejenigen Laubhölzer,welche mit ihnen gleichen oder höher» Gcbrauchswerlh haben. Es muß sichdaher der Taxator, zur Abschätzung der Forsten, durch Versuche durchaus be-kannt machen, wie viel Holz, nach Verschiedenheit der Bodengüte, periodischvon einem Morgen bei jeder Holzart erfolgt, wenn eine gewisse Betriebs-methode, eine bestimmte Umtriedszeit und eine gute Behandlung zum Grundegelegt ist. Dergleichen Versuche können aber nur in vollkommenen Bestän-den von verschiedenem Alter bis zur Haltbarkeit gemacht werden. Manläßt zu dem Ende z. B. einen genau abgesteckten Morgen von einem voll-kommenen 20- bis 30jährigen Kiefernbcstand auf gutem Boden nach denRegeln der Holzzucht durchforsten (s. d.), und das dadurch gefällte Hol; auf-arbeiten und nokiren. Alsdann bringt man die stehen gebliebenen domini-renden Stangen in 2 oder 3 Klassen, zahlt die Stämme in jeder derselben,und bemerkt den kubischen Inhalt eines Stammes aus jeder Klasse. Hier-auf sucht man, ebenfalls auf gutem Boden, einen 40jährigen Kicfernbestand,der wo möglich nicht viel mehr oder weniger Stämme enthält, als nach derDurcbforstung des 20jährigen Bestandes stehen geblieben waren, und wo diegeringste» Stämme wenigstens nicht geringer sein dürfen, als die geringsteKlasse nach der Durchforstung im 20jährigeu Alter war. Von diesem Mor-gen läßt man ebenfalls einen Morgen regelmäßig durchforsten, und verfährtferner, wie oben angegeben. Auf dieselbe Art macht man Versuche in 60 ,in 80-, in 100- u. s. w. jährigen Beständen, oder bis zur Haubarkeit, umdurch Zusammcnzählung aller Zwischennutzungen und der Hauptnutzung dentotalen Holzerlrag binnen der ganzen Umtriedszeit zu erfahren. Solche Ver-suche müssen mehrmals und vorsichtig angestellt, und aus allen die Mittel-satze genommen werden, um der Wahrheit möglichst nahe zu kommen. Auchmüssen dieselben nicht allein auf gutem, sondern auch aus mittelmäßigem undschlechtem Boden für jede im Forste vorkommende Holzart gemacht werde».Daraus entstehen dann die bei der Taxation durchaus nöthigen Erfah-rungstabellen, nach welchen sich der Grad der Schnellwüchsigkeit einerjeden Holzart am besten beurtheilen, der künftige periodische Ertrag der jetztnoch nicht Haubaren Bestände mit großer Wahrscheinlichkeit berechnen, xmdfür die etwa künstlich anzubauenden Distrikte die vortheilhafteste Holzart be-stimmen, läßt. 6) Von der bestimmten Umtriedszeit für jedeHolzart. Jede zu kurz bestimmte Umtriedszeit, sowohl beim Hochwaldeals Niederwalde, vermindert die Masse und den Gebrauchswerth des jahr-Itchen Holzertragcs, da der Zuwachs in der Kindheit der Holzbestände vielgeringer ist, als späterhin, und die geringern Hvlzsortimente im Allgemeineneinen niederen Gebrauchswerts) habe», als die stärkeren. Ebenso wenig istes in der Regel vortheilhast, den Umtrieb zu lang zu bestimmen und ihnüber den Eulininationspunkt des Zuwachses auszudehnen. Um daher dievortheilhafteste Umtriedszeit in Rücksicht des größern und werthvollcrn Holz-ertrages zu finden, müsse» die unter üi erwähnten Versuche über den perio-dischen und summarische» Zuwachs, bis über den Eulininationspunkt fortge-setzt werden. Doch kann man auch, wenn die örtlichen Umstände, einen