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Forst.
mitteilen Materialctat und Kulturplan von jetzt an immer pünktlich zu be-folgen, so spare man lieber das Geld, welches dieses Geschäft kostet. Diemit einer solchen speciellen Abschätzung und Forsteinrichtung verbundenen Ko-sten betragen gewöhnlich für einen Morgen I gGr. für die Messung undalle damit verknüpften Arbeilen, und ebenso viel für die Abschätzung, alsoim Ganzen 2 gGr. für den Morgen. Es erscheint in der Regel auch fürdie Privatforstbesitzer zweckmäßig, daß, wenn sie ihren Forst abschätzen undreguliren lassen wollen, sie dies ganz nach den Regeln und Bestimmungen thunlasten, welche bei einem derartigen Geschäft in den Staatswaldungen gellen. —b) Die Abschätzung eines Niederwaldes. Es kommen hierbei ge-wöhnlich folgende Hauptverschiedenheiten in den Bestanden vor, nehmlich:Haubare Bestände, ohne Laßreiser oder Laßreidel, oder mit einzelnenLaßreiser» oder Laßreideln; ferner ebenso junge, noch nicht HaubareBestände mit oder ohne Laßreiser, und endlich Blößen, die mit Holzangebaut werden sollen. Die Haubarkeit der Niederwaldungen wird durch !
die angsnvmmcne Umtriebszeit bestimmt. Bei einem 30 jährigen Umtriebe j
kann man alle Bestände von 25 bis 30 Jahren, bei einem 20jährigen Umtriebedie 16 bis 20 jährigen, und bei einem 15 jährigen Umtriebe die 12 bis15 jährigen Bestände für mehr oder weniger Haubar erklären. Soll nunein haubarer Niederwaldbestand von z. B. 30jährigem Alter ohneOberhvlz abgeschätzt werden, so wird derselbe, wie beim Hochwalde, inmehrere, möglichst gleich gut bestandene, Abtheilungen gebracht, worauf manin jeder Abtheilung 3 Prvbeflächen, jede 4 oder auch, nur H Morgen groß,abschätzt, und daraus einen Mittelansatz zur Berechnung des Bestandesauf der gleichbestandencn Abtheilung nimmt. Die Abschätzung dieser Pro-beflächen wird ebenso bewirkt, wie dies bei der Abschätzung des Hochwaldes :angegeben worden. Hak man noch keine Versuche darüber gemacht, wieviele Cubiksuße Holzmasse in eine Klafter Knüppelholz gehen, so müssen dieseVersuche dadurch angestellt werden, daß man aus jeder Klasse eine verhäll-nißmäßige Menge vorher cubisch berechneter Stangen zu Klasterholz aufar-beiten läßt, bis die Klafter voll ist; die davon abfallenden Spitzen und Aesteläßt man aber zu Faschinen oder Wellen aufbinden, um zu erfahren, wie ^
viel dergleichen auf eine Klafter gerechnet werden können. Soll nun der j
jetzt Haubare Bestand in einer gewissen Periode, z. B. von 5 oder 6 Iah- i
ren, abgetrieben, und jährlich ein gleich großes Holzquantum gehauen werden,
so wird die Zuwachsberechnung ebenso gemacht, 'wie dies bei den HaubarenHochwaldungen angegeben worden. Gewöhnlich berechnet man den Holzer-trag der Niederwalcungen für 2 Umtriebszeiten, indem dann die unvoll-kommenen Bestände oder Blößen im Laufe der ersten Umtriebszeit cullivirtwerden können, und nachher in der zweiten Umtriebszeit, so wie auch inallen folgenden, bei weitem mehr Holz liefern, als in der erste». Um aberden Hvlzertrag für die zweite Umtriebszeit, und auch für die jetzt jungenNiederwaldbestände von verschiedener Qualität bestimmen zu können, müs-sen in jetzt gut, mittelmäßig schlecht bestandenen Haubaren Orten, auf gutem,mittelmäßigem und schlechtem Boden Versuche angestellt werden, um zu sim jden, wie viel Holz ein Morgen bei verschieden angenommener Umtriebszeitin haubarem Alter liefert. Zugleich hat man aber auch die Entfernungzu merken, in welcher die Stücke stehen, wenn man den Bestand für gut,mittelmäßig oder schlecht angesprochen hat, damit man bei den erst abgeholz-ten Schlagen die künftige Beschaffenheit des Bestandes möglichst bcurthei-