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Frankreich.
h.iben, wenn man ihn so frisch wie möglich ausbrächte. Außer dem thieri-rischen Dünger und dem Mergel verwenden die an den 'Küsten der Norman-die wohnenden Landwitthc auch den Seetang zur Düngung; einen gro-ßem Werkt, hat dieses Dungmittel aber an der Küste der Bretagne, woes in größerer Menge wachst und eine geringere Viehhaltung üblich ist.Man braucht hier auf einem Gute, das einen Pflug Land, hat, jährlichhöchstens 30 bis 36 vierspännige Fuder Tang. Zwei gute Arbeiter bringenwährend der üstündigen Ebbe ein 4spänniges Fuder zusammen, das mit6 Franken bezahlt wird. Man fährt 12 solche Fuder auf den Acker undschätzt dies einer mittelmäßigen Mistdüngung gleich. In verschiedenen Ge-genden ist das Ausbreiren von Stroh, Farrenblättern auf das ange-baute Land und das Anzünden desselben gebräuchlich; die Asche soll vorzüglicheine gute Düngung zu Rüben gewähren. — Außerdem findet auch der,in Deutschland nur wenig beachtete Kunstdünger bei dem französischenLandwirthe eine nicht unbeträchtliche Anwendung. Dahin gehört: <a) ge-trocknetes und gepulvertes Muskelfleisch, welches bei geringen' Transportkosten den kräftigsten Dünger giebt. 160 Kilogr., welche 18Franken kosten, enthalten ebenso viel Stickstoff, als 10,000 Kil. gewöhnlicherDünger. Dieses Pulver wird'mit gleichen Theilen Erde vermengt, unddann mit dem Samen in die Furchen oder an die Wurzel einer gesetzlcnPflanze gebracht. I>) Laine's Dünger, welcher aus vegetabilischen, ve-getabilisch-animalischen und animalischen Substanzen und Salzen besteht,und auf leichtem Boden als Dünger für Getreide, Oelsaar, Hanf, Flachs,Spargel, Zwieöein, Runkelrüben und Erdäpfel zu 9 bis 10 Hectoliter, aufWiesen und in Gärten zu 18 bis 20 Hectoliter aus den Morgen ange-wendet wird. Thierische Kohle, wozu alle thierische Ueberreste be-nutzt werden. Man breitet diesen pulverförmigen Dünger entweder mit derSchaufel aus, oder bringt ihn mit den Kartoffeln unter die Erde, oder mansäet ihn mit dem Samen; er greift weder die Wurzeln, noch die Stengelan, sondern begünstigt die Vegetation. Man rechnet zu einer guten Dün-gung 12 bis 18 Hectoliter auf I Hectaren Land; auf Rabatten ersetzen1 bis 2 Hectoliter eine Fuhre Düngererde, wobei man noch den Vortheilerlangt, daß hierdurch weder Jnsecten noch Unkraut in den Boden gebrachtwerden. Ein Hectoliter auf 1 Are Wiese ausgestreut unterhalt mehrereJahre lang eine regelmäßige und üppige Vegetation; und selbst ein ausge-sogencr Boden erhält, mir diesem Dünger behandelt, seine frühere Kraftwieder. Auch eignet sich die thierische Kohle sehr gut für Bäume, welcheversetzt werden; H bis 1 Lilre Kohle reicht auf 1 Cubikfuß Erde hin.^ Litre Kohle giebt einen äußerst kräftigen Dünger für Weinstöcke, Rosenu. s. w., und der Spargel gewinnt dadurch bedeutend an Kraft des Wachs-thums. Zu Paris und in dessen Nähe verkaufen die Fabrikanten den Hec-toliter zu 5 Franken. — So wie man in neuerer Zeit die Ackergcräthemehr zu vervollkommnen sucht, befleißigt man sich auch in? einem großenTheile Frankreichs einer höchst sorgfältigen Feldbestellung, der man imAllgemeinen nur den Vorwurf zu machen haben dürfte, daß sie mit einemzu großen Kostenaufwande verknüpft sei. In der Picardie pflügt manoft, und giebt der reinen Brache, wenn man ja solche hält, 3 Furchen.Bei Gerste und Hafer begnügt man sich häufig mit einer vor Winters,und säet auf diese im Frühjahre, indem man den Samen mit einer großenstarken 3- oder 4spännigen Egge unterbringt. Man bedient sich auch einer