Buch 
3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
662
JPEG-Download
 

662

Frettiren Frische».

qenuß kann man diese Thierchen vor Krankheiten am besten sichern. Füt-tert man aber immer Semmel mit Milch, so bekommen sie nicht leiteneinen tödtlichen Durchfall. Zur Kaninchenjagd oder zum sogenanntenFrettiren (s. d.) sind die Frettchen, fast unentbehrlich. In Frankreich hatman sie auch zum Ausnehmen der Vogelnester abgerichtet. - >

Frettiren, nennt man es, wenn man die wilden Kaninchen durchFrettchen aus ihren Bauen treiben läßt, um sie in Netzen zu fangen. Manbedient sich zu diesem Fange kleiner Garnsäcke, die man Kaninchenhau-ben nennt. Ein solcher Netzsack wird von rechtem starken grauen Zwirnoder feinem Bindfaden gestrickt, und die Oeffnung des Sackes ist so groß,wie der Umfang einer Rohre, die gewöhnlich I bis I^Fuß im Durchmesserhat. Die Maschen messen von einem Knoten zum andern 1 Zoll, der Sackist eine Elle lang und wird rundlich zugestrickt. Durch die Maschen ander Oeffnung des Sackes zieht man eine dünne Leine, wodurch der Sack,wenn ein Kaninchen hineinfahrt, zugezogen wird; doch muß diese Zugleineso lang sein, daß sie an einen über der Röhre eingeschlagenen Heftel gebun-den werden kann. An der Oeffnung des Sackes werden kleinere Heftel andie Maschen gehängt, womit man die Haube an dem Umfange der Röhrenur so wenig befestigt, daß diese Heftel leicht herausgehen, wenn An Kanin-chen in den Sack fährt. Da die Kaninchenbaue oft viele Röhren haben,die alle mit Hauben behängt werden müssen, so muß man sich zu diesem !Fange auch so viele Hauben anschaffen, daß man genug hat; 10 bissolcher Garne reichen gewöhnlich hin. Beim Fange nun hängt man vorjede Röhre eine solche Haube, und läßt ein Frettchen, dem man vorher wohl ,auch ein Scheuchen umhängt, in den Bau. Dieses bringt dann sogleich die ^

Kaninchen in eine solche Furcht, daß sie aus den Röhren fahren, und sich !

in den vorgehängten Hauben fangen. Sobald ein Kaninchen sich in demSackgarn gefangen hat, zieht man es gleich heraus, bevor das Frettchenihm nachgekommen ist, indem es sich dann um so eher zur Rückkehr be-quemt. Zuweilen erwischt aber doch das Frettchen ein Kaninchen im Bau,saugt ihm den Schweiß aus und schläft ein, wenn es satt ist. In diesemFalle thut man, um es zu erwecken, einige Schüsse, und läßt, wenn esdann nicht bald wieder zum Vorschein kommt, die Sackgarne an allen Aus-gängen des Baues bis zum folgenden Morgen hängen. Uebrigens kann einverloren gegangenes Frettchen in dem Kaninchengehege nicht wohl Schadenanrichten, da es als Hausthier der Sorge des Menschen zu seiner Ernäh-rung nicht zu entbehren vermag, und Kälte ihm tödtlich ist. Diese Fang-meihvde ist übrigens die beste und leichteste, um die für die Landwirthschastsehr nachtheiligen Kaninchen zu vermindern, nur muß man, um mitsicherm Erfolg zu frettiren, vorher einige Dachshunde in das Kanin-chengehege lassen, um die Bewohner zu nöthigen, sich in die Röhren ihresBaues zu verkriechen. ^

Friedrichsd'or, Friedrich - Wilhelmsd'or, eine preußischeGoldmünze, 138^ holl. schwer, aus 21 Karat 9 Gran feinem Goldeund 5 Thaler Gold am Werthe. In Süddeutschland wird sie zu 9 Fl.

45 Kr. rhein. und in der Schweiz zu 14/^ Schweizerfranken gerechnet.

Es gehen 35 Stück auf die rauhe und 38zss Stück auf die cöln. Markfein Gold^ Außer dem einfachen Friedrichsd'or hat man auch doppelte und Halde.

Frischen, heißt b«i den Sauen: Junge gebären; s. Setzen, Wer-fen, Wölfen.