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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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F-roschbrenncu Frost.

Alles, Kopf und Eingeweide ausgenommen; sonst aber genießt man gewöhn-,lich bloß die Keulen davon. Zum Verspeisen wird bloß der Wasserfrosch ge-wählt, nicht aber die braunen, grauen oder schwarzgesprenkelten Frösche ausTeichen und Sümpfen und noch weniger die Laubfrösche. Das Fleisch derFrösche wird für nahrhaft, nnd von Manchen für leicht verdaulich, von An-dern für schwer verdaulich erklärt In einigen Gegenden Badens mästenkleine Wirthe ihre Schweine sehr gut mit Fröschen, die man selbst imWinter, wo sie im Schlamm, stets paarweise, oft auch in ganzen Haufenbeisammen sind, mit hölzernen Harken, auf deren Rück- oder Oberseite eingestricktes Netz befestigt ist, fängt. Man hält die Frösche auch für einbewährtes Mittel, bei dem Aussatz und Mangel an Freßlust der Schweine.

Aroschbrennen, der Pferde, ein Pfnschermittel, um den Pferdendie Verlorne Freßlust (s. d.) wieder zu verschaffen. Man sagt nehmlich, dasPferd habe den Frosch, wenn der weiche, gefurchte Gaumen, locker und weich,etwas stark hervortritt, so daß er mit den Schncidezähncn des Vorderkiestrsgleichsteht. Da man nun glaubt, daß dieser Zustand mechanisch am Fres-sen hindere, so brennt man ihn mit einem glühenden Eisen, am häufigstenmit dem sogenannten Sandlvffel der Schmiede. Gewöhnlich geschieht diesesBrennen, zum Glück sowohl für die Pferde, als auch für deren Eigenthü-mer, deshalb nur oberflächlich, weil sich das Pferd dageoen sträubt; indessengeschieht es doch zuweilen auch so stark, daß das Pferd wegen Schmerzenmehrere Tage lang nicht frißt. Der größte Nachtheil jedoch dürfte aber dar-aus hervorgehen, daß während dieser Zeit eine Krankheit, wovon der Man-gel an Freßlust die Folge war, zu große Fortschritte machen kann, und dasThier dadurch verloren geht. Uebrigens hat das Froschbrennen gar keinenNutzen.

Froschlöffel, Froschkraut, Wegerich, (Hiimn). Man un-terscheidet: :r) den gemeinen Froschlöffel (^. pl.wtago), eine aus-dauernde Pflanze, die von Juni bis October an Wassergräben und in Süm-pfen blüht und reist. Der bis 3 Fuß hohe Stengel ist 3eckig, mit quirl-förmigen Aesten; die eirunden, am Stiele herzförmigen Blätter stehen un-ten in einem Kreise, die fleischfarbigen Blumen stehen in Quirlen, und je-der Stiel hat nur eine Blume. I») Den schwimmenden Froschlöffelf^r. natsns), blüht und reift mit dem vorigen und kommt in nicht tiefen,stehenden Wassern, an bloß sumpfigen Orten und an den Rändern vonWassergräben vor. Nach diesen Standörtern hat man 3 Abarten, dir sämmt-lich -weiße und mit Linien bezeichnete Kronblatter, und die Samen in einemfast runden Kopf zusammengedrängt haben. Diese beiden Arten gehörenzu den scharfen Giften und sind für Rindvieh und Schafe gefährlich; nurdie Ziegen fressen sie ohne Schaden. Die Blumen werden von den Bienenbesucht, und Kraut und Wurzel sind noch in manchen Apotheken.

Frost. Wenn die Wärme bis zu einem Grade sich verringert, inwelchem das Wasser seinen flüssigen Zustand verliert und in die feste Formvon Krystallen übergeht, so nennt man dies das Gefrieren des Wassrs.Mit dem Ausdrucke Frost belegt man nun denjenigen Zustand der At-mosphäre, in welchem die Temperatur so erniedrigt ist, daß ei» Gefrieren desWassers stattfindet. Die Erde gefriert nur nach der Menge Wasser,welches sie enthält, zu festen Massen, woraus sich schließen läßt, daß zartePflanzen in einem feuchten Erdreich mehr, als im trocknen Boden vom Froste