Moliere.
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gelesen,“ sagt La Harpe, „könnten die Erfahrung ergänzen, weil er nichtblos vorübergehende Lächerlichkeiten, sondern den Menschen, der sich nieverändert, malt.“ Schade ist es, dass seine Dichtungen öfters durch grobeund unanständige Ausdrücke und Darstellungen entstellt sind , was , so wiebei Shakespeare, dem noch ziemlich rohen Geschmacke seiner Zeit zuge-schrieben werden muss. Sie sind theils in Prosa, tlieils in gereimten Alexan-drinern geschrieben. Das berühmteste seiner Stücke ist wohl der Schein-heilige (le tartvffe, ou l'imposteur•) , welcher ihm viele Verfolgungen zuzog,und dessen Aufführung eine Zeit lang verboten war. Bekannt ist seine Ant-wort auf die Frage, warum man den Tartuffe nicht gebe: „Le ministre ne veutpas qu'on le joue.“ In l’amour medecin, le malade imaginaire , und le medecinmalgre lui, macht er die Aerzte mit ihrer Kunst, die er bei jeder Gelegenheitgeisselte, zur Zielscheibe seines Spottes, Daher folgendes Epigramm aufseinen Tod:
Quoi! c’est donc le pauvre MoliereQu’on porte dans le cimetiere,
S’ecrierent quelques voisins.
Non, dit certain apothicaire,
C’est le malade imaginaire,
Qui veut railler les medecins.
Moliere starb den 17. Februar 1673, wenige Stunden nachdem er, ob-gleich unpässlich, den malade imaginaire mit solcher Anstrengung gespielthatte, dass er in Zuckungen verfiel, denen ein Blutsturz folgte. Sein früherTod verhinderte seinen Eintritt in die Akademie, welche ihm die nächsteerledigte Stelle bestimmt hatte, und welche in ihren Sitzungssal seine Büstemit der Aufschrift stellte:
lüen ne manque ä sa gloire, il manquait a, la ndtre.
La Critique de I’EcoIe des Femmes.
Actenrs:
Dranie. Elise. Climeae. Le Marquis. Dorante ou le Chevalier. Lysidas, poete. Galopia,laquais.
Scfene I.
Uranie, Elise.
U. Quoi! cousine, personne ne t’est venu rendre visite?
E. Personne du monde.
U. Vraiment! voila qui m’etonne, que nous ayons ete seulesl’une et l’autre tout aujourd’hui.
E. Cela in’etonne aussi: car ce n’est guere notre coutume; etvotre maison, Dieu merci, est le refuge ordinaire de tous les faineantsde la cour.
U. L’apres-dinee, a dire vrai, m’a semble fort longue.
E. Et moi je l’ai trouvee fort courte.
U. C’est que les beaux esprits, cousine, aiment la solitude.
E. Ah! tres humble servante au bei esprit! vous savez que cen’est pas lä que je vise.