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Grenadiere durch einen unterirdischen Canal (Kloak) unbemerktin die Stadt, denen die übrigen Truppen folgten. Man be-mächtigte sich des vermauerten und deshalb nicht besetzten Mar-garethen - Thores, und öffnete es für die Cavallerie. Man hatte >-sich zum Theil schon der Wälle und einiger Plätze in der Stadtbemächtigt.
Als Graf Merey sich mit 200 Pferden des Po-Thores be-mächtigen wollte, fand er den ersten Widerstand, der ihn zwang,sich nach dem Walle zurückzuziehen, woselbst er sich jedoch einerBatterie von 8 Geschützen bemusterte. Inzwischen war der Restder Kaiserlichen Infanterie in die Stadt gerückt und hatte diebereits genommenen Posten vorzugsweise aber am Margarethen-Thor verstärke, um im Falle eines unglücklichen Ausganges einenRückzugsweg offen zu erhalten.
Die Generale Commercey und Stahremberg nahmendas Rathhans, den französischen Marschall v. Villeroi und dievornehmsten Ofsiciere der Garnison zum Theil in ihren Wohnun-gen gefangen.
Zufälliger Weise war aber von einem französischen Oberstender Befehl an sein Regiment ertheilt gewesen, sich mit Tages-anbruch zum Exerciren zu versammeln.
Beim ersten Lärm warf sich diese Truppe auf die KaiserlichenCuirassiere, welche auf dem großen Platze aufgestellt waren, undbrachten dieselben in Unordnung.
Als sich ihnen Kaiserliche Infanterie cntgegenwarf, mußtensie zwar den Platz wieder räumen, verbarrikadiern aber die Aus-gänge der zum Platz führenden Straßen und setzten sich in denEckhäusern fest.
Während dieses Kampfes gelang es dem französischen GeneralBevel, eine bedeutende Truppenmassc am Po-Thor zu sammeln,unter denen sich zwei Regimenter Inländer befanden.
Die nur halb bekleideten Inländer griffen den Grafen Mereymit Ungestüm an, und da zu ihm, wegen Unkunde mit den Stra-ßen und wegen des Widerstandes aus dem großen Platze, keineUnterstützung gelangt war, so nahmen sie nach blutigem Kampfeihm die Batterie von 8 Geschützen wieder ab und warfen ihnbis zum Margarethen-Thore zurück.
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