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Der Dienst der Infanterie bei der Vertheidigung der Festungen gegen den gewaltsamen Angriff / bearbeitet durch W. v. Kamptz
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Hierzu ist auf jeder Front mindestens 1 Unterofficier 15 Mannals Piquet erforderlich. Die in der Kehle des Ravelins ctablirte

Grabenwache würde

einen Posten vor dem Gewehr. 3 Mann,

» » vor der Spitze des Ravelins. 3 »

» » an jedem Flügel des Ravelins... 6 »

» » an der Spitze des rechts liegenden

Bastions. 3 »

Summa 15 Mann

ausstellen, von 1 Unterofficier commandirt sein und ihre Posten^stündlich abpatrouilliren.

Die Wachen des gedeckten Weges dürften sogar eher entbehrtwerden können, als diese Grabenwachen, sobald es sich darumhandelt, gegen Überfälle w. gesichert zu sein.

S. Die Bewachung des Vorterrains.

Das beste Mittel, jedem überraschenden Unternehmen des Fein-des auf die Festung zu begegnen, bleibt das Festhalten geeigneterPunkte auf dem Vorterrain.

Sind dergleichen Posten nicht befestigt, so dürfen die Besatzun-gen nie so weit von der Festung entfernt liegen, daß sie vornFeinde abgeschnitten oder aufgehoben werden können, ohne daßdie Festung dies verhindern kann.

Entfernter liegende Terrainpunkte, welche man ihrer Wichtig-keit halber festhalten muß, müssen deshalb befestigt und durch Pa-trouillen , Ordonnanzen, Relais oder Signale mit der Festungin unausgesetzter Verbindung gestellt werden.

Die Besatzungsstärke derartiger Posten richtet sich nach demWiderstände, den sie leisten sollen.

Was dergleichen Posten zu leisten vermögen, welche eine zahl-reiche und unternehmende Garnison vorschiebt, das hat 1807 dasSchill'sche Frei-Corps vor Colberg bewiesen.

Die 5^ Meile von Colberg entfernte Stadt Greiffenberg wardurch die Lieutenants Fabc von der Artillerie und v. Grubenvon der Infanterie in einen haltbaren Posten verwandelt, undvon hieraus zog man dem General Klosmann entgegen, der