Innern in einem Reiter-Regimente zu dessen Vervollkommnung an-zuführen.
Große Vortheile ergeben sich in einem Staate zur Aufstellungseiner Reiterei, wo sich viele Ackerbauern finden, die von Jugendauf schon bei Pferden waren, und wo bei ihrer Auswahl die persön-lichen Eigenschaften, z. B. Größe, Schönheit, Vorliebe, nur als un-tergeordnet betrachtet werden. Ueber diesen Punkt zu wachen, wäreeine besondere Obliegenheit des Regimentscommandanten bei Rekru-tirungen und Anwerbungen. Die Aufgabe des Obersten, als dieSeele des Regiments, besteht nicht nur darin, die moralische Krafteines jeden Einzelnen zu heben verstehen, das Vertrauen und dieAnhänglichkeit der Mannschaft an die Officiere anzubahnen und zubefestigen, sondern das Materielle nie aus dem Auge zu verlieren.Greift nachlässige Sorge der Officiere für Mannschaft und Pferdeein, dann sinkt diese Waffe schneller als jede andere zur Untüchtig-keit herab.
Im Frieden, so wie auf dem Marsche ins Feld, kömmt allesauf die Schwadronscommandanten an, daß sie in kurzer Zeit dieGelegenheit benützen, ihre Reiter, ehe sie an den Feind kommen, soviel als thunlich auszubilden. Mannszucht, Pünktlichkeit des innernDienstes, Sorgfalt für das Pferd stehen oben an; »die paar Säbel-griffe und das nöthige Reiten lernt sich bald,« sagt ein Reiterofficierund wir stimmen ihm gerne bei. Die Officiere so wie die Unterofsi-ciere müssen die Schwadronscommandanten bestens unterstützen,und zwar vorzüglich auf Märschen ins Feld, bei der Ablichtung dernoch nicht ganz eingeübten Mannschaft.
Nach einem Marsche wird ja die Dressur der Pferde um so leich-ter, als, wenn sie angefressen, übermüthig aus dem Stall auf dieReitbahn kommen. Nur darf natürlich diese ambulante Ablichtungnicht übertrieben werden, sondern sich jedesmal mit einem kleinenErfolg begnügt werden. Thätige Officiere und Unterofficiere werdendiese Anforderung nicht unzweckmäßig finden.
Zu dieser Ablichtung der Rekruten auf Märschen müffen dieSchwadronscommandanten vom Obersten eine kurze und klare Jn-struction erhalten, abgesehen von allem pedantischen, nichts erzwe-ckenden Garnisonsgetrieb, ohne übertriebene launige Secaturen desgemeinen Mannes und der Abrichter, damit ihnen nicht die Lustzum Lernen verleidet wird, auch darf diese Jnstruction nur mit Rück-