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6. u. 7. versäumt; jetzt hing es hauptsächlich vom Feinde ab,wie und wann sie ihre Waffen gebrauchen sollten. In dieserSchlacht fesselte aber der auf die Defensive beschränkte Ent-schluß des commandirenden Generals, die Waffe der Reitereiwirken zu machen. General KamenSki hingegen glaubte einenMoment wahrzunehmen, wo die Reiterei etwas thun müsse,nämlich: ein bedeutendes Reitercorps ins Gefecht zu bringen,aber die russische Reiterei stand nicht unter seinem Befehle unddie preußische ward nur theilweise und unbestimmt aufgefor-dert vorzugehen, ohne daß jedoch eine Anordnung getroffenworden wäre, wie sie eigentlich agiren sollte. *) Das Glän-zendste des Kampfes ward von 2 Schwadronen des Husaren-Regiments Prittwitz ausgeführt. Sie attakirten dieselbe In-fanterie, welche den Angriff der Uhlanen abgewiesen und dieSchanze erobert hatte, aber wieder herausgeworfen, von denHusaren total niedergehauen wurde, auch die feindliche leichteReiterei, die ihr zu Hilfe kommen wollte, zurückwarf.
1807 (14. Juni) In der Schlacht von Friedland verdient nur dieVerwendung der französischen Reiterei erwähnt zu werden.Der Boden des Kampfplatzes war der ruffischen Reiterei gün-stig; da sie aber, wie die ganze Armee, stehenden Fußes dieBewegungen des Gegners abwartete, so half ihr der ebeneBoden nicht allein Nichts, sondern er schadete sehr bedeutend,da ibre Linien die schönste Zielscheibe für die französische Ar-tillerie war. Dem Marschall Lannes und dem General Grouchygebührt in dieser Schlacht der Ruhm, die Reiterei sehr zweck-mäßig, sowohl zur Einleitung der Schlacht, als zur Unterstü-ßung der Infanterie, und mit energischem Nachdruck bei derEntscheidung verwendet zu haben. Der ruffische linke Flügelbesteht ein fünfzehnstündiges, heldenmüthiges, bis in die Nachtdauerndes Treffen, mit einem Verlust von 10,000 Todten undVerwundeten.
1808 (10. Nov.) Marschall Soult stößt in der Ebene von Burgosauf die Hälfte der spanischen Nordarmee, greift im Sturm-schritte die spanischen Garden an, welche geworfen werden,
*) Siehe: Der Mangel eines Reiterei-Generals.