Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Wort, und theilte ihr nun auch, durch ihr Mitgefühl nochmehr befeuert, die Trauergeschichte des frommen Kapuzinersin Ausdrücken mit, die vielleicht nie über meine Lippen wärmergegangen sind. Durch Hülfe eines hellen Mondblicks sah ich,wie unter ihren blauen, gen Himmel erhobenen Augen einstilles Gebet auf ihrem rosigen Munde schwebte. Ich glaubteeine Heilige in ihrer Verklärung zu sehen, und schwieg.Meine Brust war gepreßt. Sie hörte mich seufzen, drücktemir die Hand, und der Strudel hoher Empfindungen schienmich in eine andere Welt zu versetzen.

Indem tönte die Gebetglocke eines nahen Nonnenklostersin unsere Stille herüber.Ach! ist es schon so spät?" fuhrsie jetzt von der Rasenbank auf, und eilte durch den finsternBogengang dem bunten Lustbeete zu, von welchem wir herge-kommen waren. Ich folgte ihr, doch nur von weitem, nach,wie sie zu erwarten schien, sah, wie sie sich neben daSKörbchen setzte, das die junge Gärtnerin indeß mit Hyazin-then, Maiblumen und Granatenblüthen gefüllt und hingestellthatte, und sah, als ich näher herbei kam, wie sie mit thränen-dem Auge eine einzelne geruchlose, eine Passionsblume,herausnahm, an ihre Brust steckte, die Hand sinken ließund sich in tiefes Nachdenken verlor. Ich lehnte mich zit-ternd an einen Orangenbaum in einer mäßigen Entfernungvon ihrem Sitze. Drei feierliche Pulse der Klvsterglvckeweckten sie wie aus dem Schlafe. Sie sah sich erschrockenund noch erschrockener um, bis das Mädchen, das sie