97
für meine Bewirthung und Unterhaltnng zu sorgen." —„In seiner Abwesenheit?" frage ich mit Befremden, dasdem Herrn auffiel — „Run ja; denn Sie wissen doch," ant-wortete er, „daß Sie ihn diesen Morgen auf seiner Bastidezurückließen?" — „Rein, das istmir in derThat etwasReues,"stotterte ich unter einem mißtrauischen Blick auf den Unbe-kannten. — „Run, so kann ich es Ihnen bescheinigen." —Der Brief, den er mir mit diesen Worten überreichte,war zwar nur flüchtig und mit Bleistift geschrieben, unläug-bar aber von der Hand meines Freundes — ein Glück, daßes so war, nimmermehr wäre ich sonst von der Stelle ge-gangen, so sonderbar kam mir der Inhalt vor — „Ich" —lautete er ungefähr, „antworte dir sehr in Eile, wie dustehst, aus meinem Janustempel, den ich dringender Ge-schäfte wegen vor morgen nicht verlassen kann." — „Ausseinem Janustempel? dringender Geschäfte wegen? in demDurchgänge eines Steinbruchs?" Ich suchte geschwind übermeine stillen Fragen Erläuterung in der folgenden Zeile —Was fand ich? „Die zwei ersten Feiertage deines Festesverlor ich zu Toulon — auf den heutigen dritten und letztenmuß ich nun zwar auch Verzicht thun — doch stelle ich dir,um die Lücke zu füllen, meinen Mann an einem alten Be-kannten von mir, aus Berlin, der eben in meinem Wagennach der Stadt fährt" — „So?" murmelte ich, — „Er?ein sonst so guter, zuvorkommender Wirth — konnte sich dochheute vor dir unter einem Steinhaufen verstecken? Was in
Lhümmel, lamm«. Werke. V. 7