rann zu den Stufen des Altars eilten, um bei der Andacht,mit der sie sich nun in die heilige Urkunde vertieften, keinenandern Zeugen zu haben, als die Gebenedeite, die, von GuidoReni gemalt, freundlich auf die Lesenden hcrabblickte. Kei-ner von uns Uebrigen wagte durch einen Laut die heiligeStille, die uns umgab, und den Nachklang aus dem mütter-lichen Grabe zu stören, der an die beiden schön verschwister-ten Seelen anschlug. Dafür erhoben sich Aller Herzen aufdas Früheste mit ihnen, als sie zu unserm Kreis zurückeilten,und sich nun Sohn und Tochter dem glücklichen Vater zuFüßen warfen. Ihre trunkenen Blicke mußten für sie spre-chen. Sie hatten einen Fund in der mütterlichen Zuschriftgethan, einen goldenen Fingerring, der sich von selbst ver-ständlich machte und den sie ihm entgegenhielten; aber er,der eben so vergebens nach Worten rang, blickte gen Himmel,umarmte — und mit bethränten Augen verwies er seineKinder auf den Boten Gottes, der ihre Aufmerksamkeit zufordern schien. „Klara," rief der Mönch, „Sie haben desVaters, der Mutter und den Segen Gottes aus meinemMunde zu dem Uebergange aus dem jungfräulichen in denehelichen Stand, und so folgen Sie denn Ihrem großenBeruf." Freudig gehorchend reichte jetzt das liebe Kind dengoldenen Reif ihrem Auserwählten, der ihn entzückter alsein Eroberer die Krone eines Welttheils empfing. — „UndSie, trefflicher Jüngling," fuhr der Redner gegen den Bru-der fort, „der Sie den Gegenstand Ihrer Liebe auf immer
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