Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
229
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L2S

Tollhause abzulegen — denn, wie möchtest du diese Gegendverlassen, ohne die bedauernswürdige Frau kennen zu lernen,für die du vergangene Nacht auf dem Grabe ihres entleibte»Gatten so inbrünstig gebetet hast. Ich äußerte gegen meinenLandsmann den Wunsch, wenn es möglich wäre, noch vorneun Uhr in der Stadt zu seyn — „Möglich?" drehte ersich zu mir, „ich verspreche es Ihnen um eine ganze Stundefrüher." Er theilte seinen Diensteifer durch ein paar tüchtigePeitschenhiebe seinen vier Rappen mit, und hielt so gut Wort,daß er mich sogar einige Minuten eher, als er versprochenhatte, vor den heiligen Geist brachte. ES traf sich Alles nachWunsch. Bastian war zu Hause und Passerino bei ihm zumFrühstücke. Kaum waren sie von meiner ernsthaften Ange-legenheit unterrichtet, so traten Beide zu meinem Dienstezusammen — der Maler besorgte die Postpferde — Bastiandas Einpacken, inzwischen ich die freien Augenblicke benutztund dir erzählt habe, durch welche sonderbare Verkettung derUmstände — um nur das Geringste zu erwähnen — die ver-gangene Nacht mit einem Theile des heutigen Morgens soverschmelzt wurde, daß sich sogar darüber zum erstenmal inmeinem chronologischen Tagebuche der gewöhnliche Abschnitt derZeit verrückt hat. In den meisten Geschichten scheint es mirzwar sehr gleichgültig, wie die Uhr stand, als die Sachevorfiel, wenn sie nur wahr ist. Hier aber ist es nicht so ganzeinerlei, und wenn sich nicht das Eine aus dem Andernnatürlich erklären ließe, müßte es doch wohl Jedermann