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Man kann doch nichts Geringeres seyn, als ich jetzt bin,aber auch in mir schlägt ein solches Herz und ich vertauschtees nicht, selbst nicht gegen den Zepter eines königlichen Prah-lers. Meinem Kapitain sah man es an der Stirne an, daßer seinem wichtigen Posten eben so gewachsen war, als erihm mit Bescheidenheit vorstand. Er wußte nicht nur zubefehlen, sondern auch zu lenken. Dafür aber genoß er auchAchtung und Zutrauen vom Höchsten bis zum Geringsten.
Sein Schutz gab mir Zuversicht, seine Herablassung er-hielt mich in Demuth, seine Freundschaft erhob mich. Er,ein Spvosse des edeln Geschlechts von Kosodawlew *, dasdem Staate schon manchen klugen Kopf und brauchbarenDiener gezogen, flößte mir eine so große Liebe zu seiner Na-tion, so tiefe Ehrfurcht für seine Monarchin ein, daß, hätteich nicht gehörige Rücksicht auf mich genommen, mir auchwohl der Schwindel über meinen neuen unverdienten Titelhätte zu Kopf steigen können.
Als ich jenes Bild in meine Gallerie aufgehängt hatte,blieb mir für heute nichts zu besorgen übrig, als Abschiedvon der großen Nation zu nehmen. Ich steckte mein Patent
* Diesen edlen Namen borgte der Reisende für seinen ideallsirtenSchiffskapitän, dem verehrten Manne ab, der jetzt als Minister desInnern am Ruder deS Russischen Staats sitzt, in dankbarer Erinnerungan die vortreffliche Uebersetzung des Gedichts „Milhelmine, die Er,auf das für den deutschen Autor so schmeichelhafte Verlangen von Katharinader Zweiten, unternommen, und 1735 seinen LandSleuten durch denDruck bekannt gemacht hatte.
Thümmel, fämmtl. Werke. VII.
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