Band 
[Siebenter und achter Band.]
Seite
94
JPEG-Download
 

94

für die Naturgeschichte, den Meerwundern auf dem Fischmarkteinen fliegenden Besuch machen wollte; aber kaum war ichum den Laternenpfahl herum, so stieß ich, da ich es indieser Prüfungsstunde gerade am wenigsten wünschte, aufmeinen lieben Schulfreund, den in allen Gassen beschäftigtenJerom. „Wo kommst du her?" warf er mir im Fortgehendie Frage vor. „Von der Betrachtung," rieb ich mir dieStirn, „unserer ehemaligen Wohnung, und du?" — „Ausder Marterkammer," erwiederte er, „einer zum erstenmalgebärenden, aber nun mit dem frohsten Erstaunen belohntenMutter, der ich eben die Ausbeute eines schönen Jungen zuTage gefördert und an die bebende Brust gelegt habe. Jetztgehe ich, wenn du mit willst, in das Arbeitshaus, um ein wenigauszuruhen, und dann in der Nähe dort, zu dem ungedul-digsten Domine von der Welt, um ein ihm sehr dienlichesQuartanfieber zu bewillkommnen, das, er sah nach der Uhr-in Zeit einer halben Stunde eintreffen wird." „Wohl be-komme dir, lieber Jerom," hing ich mich gähnend an seinenArm, „deine Visite beim Domine und deine Ruhestunde imArbeitshause. Dazu wäre mir eine Bildergallerie lieber,wenn eine da wäre." „Das ist dir zu glauben," lächelteer, „leider nur sind dergleichen Asyle des Müßiggangs, dasmußt du ja von Alters her wissen, bei uns nicht hergebracht.Wir benutzen unsere Säle zu nothwendigern Dingen, nichtaus Geringschätzung der Kunst und des Geschmacks," ant-wortete er meiner spöttelnden Miene, „denn wie viele