Band 
[Siebenter und achter Band.]
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Wohl wahr! und doch ist es dem menschlichen Herzen eigen,daß keins, je behaglicher es auf dem Musikstrom fortschwimmt,ohne Unruhe an den letzten Bogenstrich, der ihn dämmt,ohne Verdruß an die sterbende Note denken kann, unter dersich ein sanftes Andante auflöset. Der wahre Virtuose fürch-tet, wie seine lauschenden Zuhörer, im Voraus die Todten-stille des Saals, die nachfolgt, und so sah auch ich im Vor-gefühl meines baldigen Verstummens dem lieben epilogirendenKinde mit traurigem Nachdenken in das liebliche Gesicht;Jerom mußte mich mehr als einmal an das Fortgehen erin-nern, und doch zögerte ich, bis das Glöckchen-Geläute derletzten abgehenden Treckschüte mir durch alle Glieder fuhr,und als ich nun in überströmender Zärtlichkeit dem gutenMädchen noch einmal meine Hand bor, ward mir so weiner-lich zu Muthe, als ob ich von ihrem ganzen lieblichen Ge-schlecht, sammt den neun Musen, ewigen Abschied nähme.So lange ich auf der Rückfahrt das schmucke Tempelchen nochin der Abendsonne blinken sah, war es mir nicht möglich,meine Augen nach einer andern Seite, meine Phantasie aufeinen geringern Gegenstand, als auf die Nymphe zu richten,die es bewohnte. Ich schrieb ihrer Jugend, Schönheit,Unschuld und ihrem poetischen Talente so viele Festtage zu Gute,daß ich bis an's Leydener Thor nichts zu thun hatte, alssie, wie ein Mönch das Bild seiner Heiligen, aus- undanzukleiden, und mich vor ihrer Nische auf die Kniee zu werfen.Ich erbat ihr allen Segen des Himmels zu ihrem jungftänlichen