Band 
[Siebenter und achter Band.]
Seite
160
JPEG-Download
 

160

sollen in solchem Ueberfluß fließen, wie an dem Hofe einesgeistlichen Fürsten."

Wie vergnügt horte nicht der Verliebte diese freundlichenReden. — Gern und ohne Anstand versprach er, diesen leich-ten Befehlen zu folgen, um sich der hohen Ehre und Gnadewürdig zu machen. Darauf nahm er Abschied und schnapptenach dem Zipfel des Schlaftocks: aber mit höflichen geübtenHänden schlug der Hvfmarschall beide Theile zurück, strichmit dem Fuße aus, und empfahl sich dem Pastor Sebaldus.Bald nach ihm trat Wilhelmine herein, und brachte ihremgnädigen Gönner Chokolade mit perlendem Schaume; da gabihr der Marschall das Dokument ihrer Tugend, den ehrlichstenAbschied, sauber auf Pergament geschrieben, und siehe da,welche großmüthige Gnade! Er umarmte sie mit gefälligenHänden und küßte sie zärtlich. Eine ganz sapphischc Empfin-dung strömte durch ihr dankbares Herz, und trieb ihrenwallenden Busen empor, daß der blaßrothe Atlas zu knisternanfing, der ihn unter der Hälfte umspannte. Ach, welch einreizender Busen! o scherzhafte Muse beschreib ihn! Aufseinerlinken Erhöhung lag ein mvndförmiges Schonfleckeben ange-heftet durch Gummi, von dem ein kleiner Liebesgott immermit drolligten Reverenzen die Blicke der Grafen und Läufer,Laquaien und Freiherren auf sich zog. Aber jetzt erhob sichdreimal diewarme bebende Brust und trennte die gedörrte Muschevon Gummi. Der kleine Liebesgott, mit sammt seinem Ge-rüste, fiel zwischen der Schnürbrust unaufhaltsam hinunter.