Band 
[Siebenter und achter Band.]
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Jetzt ergriff der schimmernde Hofmarschall die warme,weiche Hand der blauäugigen Wilhelmine, führte sie an dieoberste Stelle der Tafel, und bat den dankbaren Magister,sich neben seine Göttin zu setzen, und nicht durch den Zwangeines Neuvermählten die Freuden der Tafel zu stören. Ach,wie gibt hier die veränderliche Zeit ihr Recht zu erkennen!Er, der ehemals dem weinenden Pfarrherrn seine Geliebteentzog, gibt sie ihm jetzt bei einem freigebigen Gastmahlegeputzt und artig wieder zurück, und macht ihm alle feinausgestandenes Leiden vergessen. So überschickte einst dergroße Agamemnon seine Chryseis dem belorberten Priester desApoll, die der königliche Liebhaber der väterlichen Sehnsuchtlange Zeit vorenthielt. Prächtige Geschenke, und eine Heka-tombe mußten den Alten trösten und seinen Gott versöhnen,und in hohen Tönen besang der Dichter der Jlias die Ge-schichte, wie ich jetzt die Hochzeit eines Magisters besinge.

Der Schmaus ging an! Ein köstliches Gericht verdrängtedas andere, und Bacchus und Ceres tanzten um den Tischher. Der freimüthige Scherz, die feine Spötterei und dasfröhliche Lächeln vertrieben unbemerkt die taumelnden Stun-den des Nachmittags, und der Geist der Comtesse und desChampagners durchbrauste die fühlbaren Herzen der Gäste.

Alles war munter und fröhlichen Muths. Nur der Magi-ster und der Hofnarr, immer in sich gekehrt, saßen unruhigan der frohen Tafel. Den Einen überfiel bald ein theologi-scher Scrupel, bald ein Gedanke seiner künftigen Liebe, und