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vollkommen; sie dienten ihm, zu den Schätzen der alten »ndneuen Literaturen zu dringen, deren Sprachen ihm unbekanntgeblieben waren. Er studirte mit Liebe die Naturgeschichteund hatte sich bedeutende Sammlungen angelegt; er war einanerkannter Kunstkenner, besonders in Gemälden und Kupfer-stichen. Er scheute das ernste Studium der alten und neuenGeschichte und guten Reisebeschreibnngcn nicht, um sich mitdem bekannt zu machen, was ihn vornämlich interessirte, mitden Verfassungen der Länder, mit den Sitten, Gebräuchen,Religionen der Völker; kurz, seine Bildung reichte vollkommenzu dem bin, wozu er sie brauchte; zum Umgang in der Weltund zur geistreichen Unterhaltung in seinen Schriften. —Wenn er in letzteren nicht selten der Svsteme der Meta-physik spottet, so versteht es sich von selbst, daß der genialeKopf, der in seinen Schriften so die Tiefen der Menschen-natur erschloß, keineswegs ein Verächter der wahren Philo-sophie war. Sein Freund Garve sagt von ihm: „Ich lernemehr, wenn mir ein Mann von Genie die geheimen Kreuzedes unheiligen Klärchens aufdeckt, als wenn ein gemeinerKopf die Wissenschaften der Moral und Politik vorträgt."
Thümmel hatte viele und treue Freunde unter den besten,geistreichsten der Zeitgenossen.,- und auch unter den Fürsten.Auch im Umgang mit diesen verläugnete er nie seinen geradenCharakter; er schmeichelte nicht, und je mehr ihm ein FürstVertrauen und Achtung schenkte, desto mehr hielt er sich ver-bunden, diese durch Offenheit zn verdienen; davon, daß er